Full text : Das Hotel- und Gastgewerbe

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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE

eine zweite bitten. Für ihren Mann. Die Zofe oder das Hausmädchen
 wird diese Mokkatassen dann sicher nicht bekommen.
Nun zum Mokkalöffel. Von meinen Reisen habe ich aus bemerkenswerten
 Städten und Stätten stets einen jener kleinen,
reizenden, silbernen und matt vergoldeten Emaillelöffel mitgebracht,
 die, meiner Ansicht nach, das Hübscheste und Geschmackvollste
 sind, was die Andenkenindustrie jemals hervorgebracht
 hat. Der fein ziselierte, zierliche Löffel zeigt gewöhnlich
in der inneren Höhlung, in farbiger Emaillemalerei, irgendeine
typische Ansicht der Stadt; der obere Teil des Griffes meistens
das Stadtwappen. Ich darf ruhig sagen, daß diese Emaillelöffel
stets das Entzücken unserer Gäste erregten, wenn wir beim
Mokka angelangt waren. Sie wanderten immer von Hand zu
Hand und wurden bewundert.
Wäre ich Besitzer eines mondänen Hotels oder eines vornehmen
 Fremdenheims, ich ließe mir von einem künstlerisch
veranlagten Ziseleur ein besonders reizvolles Muster eines
solchen Emaillemokkalöffels entwerfen. Der innere Hohlraum
des Löffels würde ein wirkungsvolles Bild, eventuell auch ein
Interieur meines Hauses, mit entsprechender Unterschrift, in
farbenfreudiger Emaillemalerei tragen. Von diesem Löffel
würde ich mir durch eine leistungsfähige Fabrik eine größere
Anzahl, matt vergoldet, anfertigen lassen. Im Frieden habe ich
für diese Emaillelöffel, je nach der technischen Ausführung
und ihrer Schwere, acht bis vierzehn Mark durchschnittlich
bezahlt. Nur einzelne, hervorragend schöne Stücke, kosteten
zwanzig Mark. Ich nehme an, daß bei einem größeren Auftrag
die Kosten sich um die Hälfte verringern werden, denn die von
mir genannten Zahlen sind Händlerpreise; es ruhte darauf der
Gewinn des Fabrikanten, des Grossisten und des Kleinhändlers.
Diese Mokkalöffel würde ich bei der Abreise jenen Gästen
verehren, die längere Zeit bei mir wohnten, zufrieden waren und
an deren Wiederkommen mir gelegen ist. Wenn sie wiederkommen,
 dann würde ich einen Emaillelöffel mit einem
anderen Bild für sie bereithalten. Daß ich damit wirklich
Freude bereiten würde, und daß der Löffel tatsächlich auch
in den Silberschrank wandert und bei Hausfestlichkeiten zum
Mokka gereicht werden und dann für mein Haus vornehme
Reklame machen wird, davon bin ich überzeugt. Der kleine,
farbenfreudige Bote meines Hauses würde also für mich reden
und werben, wenn die Erinnerung an den Aufenthalt bei mir
            
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