Full text: Die Social-Demokratie

8 
I. Einleitung. 
Werkstätten und Fabriken nnd bei sonstiger Berührung mit 
ihren Arbeitsgenossen den socialistischen Samen ausstreuen 
und für die „rothe Fahne" werben. Ist auf diesem Wege 
eine kleine Anzahl gewonnen, und für das öffentliche Hervor 
treten eines Agitators ein kleiner Stab gebildet und einge 
schult, dann erst wird der Versuch gemacht, auch in üffent- 
licher Bersanimlung das Netz auszuwerfen. Der Agitator 
unternimmt keine öffentlichen Versammlungen, so lange er 
sich nicht von einer zuverlässigen Leibgarde umgeben weiß. 
Eine wirksame Bundesgenossin hat die persönliche Agita 
tion in der social-demokratischen Presse. Die niomentane 
Begeisterung, welche dem „referirenden" Agitator zu entzünden 
gelungen ist, soll die regelmäßige Thätigkeit der Preste in 
den Gemüthern festhalten und vertiefen, und da cs doch 
immerhin nur ein kleiner Bruchtheil der Arbeiterbevölkerung 
ist, welcher unter den Einfluß der persönlichen Agitation 
gebracht werden kann, so soll die Preste als stummer Agita- 
tor überall hin vordringen und das Feiler der Begeisterung 
für die socialistische Idee in jede Arbeiterwohnung tragen. 
Tie stille Arbeit der social-demokratischen Parteipresse verdient 
daher in viel höheren: Grad unsere Beachtung, als die 
gewöhnlich mit viel Lärm auftretende „fliegende" Agitation, 
deren Reden, auch wenn sie von noch so viel Begeisterung 
getragen sind, doch rasch verfliegen, während das geschriebene 
Wort die Eigenschaft und die Fähigkeit hat, sich tiefer in 
die Seele des Lesers einzugrabcn. Zur Förderung der 
Agitation durch die Preste wird daher von der Social- 
Demokratie kein Opfer und keine Mühe gescheut. Welche 
Bedeutung diesem Agitationsniittel beigelegt wird, können wir 
ans dem „Unsere Parteipresse" überschriebenen Leitartikel des 
„N. Soc.-Demokr." (1873, 111) ersehen, worin es heißt: 
' "Ein einmaliges Wort verhallt, immer und minier wieder
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.