Einleitung.
Seit einer Reihe von Jahren sind wir im Aufträge des galizischen
Landesausschusses mit der geologischen Tetailaufnahme des naphtaführen-
den Gebietes der galizischen Westkarpathen beschäftigt. Schon im Herbste
des Jahres 1881 war uns die Möglichkeit geboten, einen Theil unserer
Arbeit abzuschließen und der Oeffentlichkeit zu übergeben; der diesbezügliche
Bericht, der in polnischer Sprache in der Zeitschrift „Kosmos" erschien,
enthält eine detaillirte Schilderung der geologischen Verhältnisse des Gor-
lieer, Grybower und z. Th. des Neu-Sandecer Bezirkes.
Im Sommer 1882 setzten wir unsere Studien fort und gelangten
diesmal der Limanower-Bezirk, ferner der westliche Theil des Neu-
Sandecer Bezirkes zur Aufnahme.
Gestützt auf eigene Erfahrungen, vor Allem aber auf die wichtigen
Arbeiten über die Ostkarpathen von Paul und Tietze, von Vacek, Niedzwiecki ')
u. A. giengen wir mit frischem Muth an die Aufgabe und hofften, in
unserem Terrain den Ostkarpathen analoge Verhältnisse anzutreffen. Aber
im Laufe der Untersuchungen stellte es sich heraus, daß der geologische
Bau dieses Theiles der Westkarpathen in einigen wesentlichen Punkten von
dem des Ostens abweicht, vor Allem ist da das gänzliche Fehlen der sog. „mitt
leren Gruppe" hervorzuheben, jenes Schichtencomplexes von Sandsteinen, die
zwischen dem Neocom und Eocen eingeschaltet sind, und die nach den oben
angeführten Autoren in den Ostkarpathen eine wichtige Rolle spielen.
Unsere Ansichten über diese interessante Erscheinung findet der ge
neigte Leser in der vorliegenden Abhandlung. Obwohl wir weit entfernt
sind zu glauben, daß durch unsere Untersuchungen das schwierige Problem
der Gliederung des Karpathensandsteines in den Westkarpathen endgiltig
gelost wurde, so hoffen wir doch damit einen kleinen und vielleicht
nicht unwillkommenen Beitrag in dieser Beziehung geliefert zu haben.
') Sämmtliche diesbezüglichen Aufsätze der genannten Autoren sind in den
letzten Jahrgängen des Jahrbuches der k. k. geol. Reichsanstalt enthalten.
Das Pktroleumgebict. 1