Full text: Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

Zweiter Abschnitt. Die einzelnen Schutzgebiete und ihre Entwicklung 
vier deutschen Inseln, von denen Sawai — mit 
der Haupistadt Apia — und Upolu die größten 
sind, bedecken eine Fläche so groß wie Sachsen— 
Meiningen. Sie sind vulkanisch mit Höhen bis 
zu 1000 m. Das Klima hält sich zwischen 26 
und 270 im Mittel. Die reichen Niederschläge 
oerteilen sich auf das ganze Jahr und sind am 
größten in unserm Winter. 
—XE—— 
Kompagnie des Geheimrats v. Hansemann er— 
worben; auf den Karolinen usw. fand die 1885 er⸗ 
folgende Flaggenhissung den Widerspruch Spaniens; 
der von Bismarck als Schiedsrichter angerufene 
Papst (Leo XIII) erkannte Spaniens Anspruch 
als berechtigt an. worauf die Inseln für 20 Mil— 
550000 Palmen, 12 Millionen Kakao⸗— und 
300 000 Kautschukbäume. Von den Kakaobäumen 
varen allerdings erst 50/0 ertragsfähig. 
An Olfrüchten führten die Schutzgebiete 
9183 76000 t im Werte von 24 Millionen M 
ius, woran die Südsee mit 10 Millionen M 
zeteiligt war. Hätte die Produktion in derselben 
Weise wie in den letzten fünf Jahren vor dem 
Friege zugenommen, so hätte Deutschland 1924 
nindestens 130000 t Kopra, d. h. die Hälfte 
eines gesamten Speisefetibedarfs von dort, und 
ie andere Hälfte bequem aus Afrika bezogen; 
Am sich den Wert klar zu machen, den der Besitz— 
der Olrohstoffe produzierenden Kolonien hat, muß 
mnan sich vergegenwärtigen, daß 1t Kopra außer 
Abbildung 13 
Kakao-Darre (Samoa) 
lionen Mabgekaust wurden. Von Samoa wurde 
nach Verhandlungen, englischen und amerikanischen 
Infriguen und auch Kaͤmpfen 1899 der größere 
Teil deutsch. Gouverneure von Samoa: Dr. Solf, 
Hr. Schulz⸗-Ewerth, von Neuguinea: v. Bennigsen, 
Dr. Hahl, Haber. 
Der Reichtum der Südseeschutzgebiete ist 
ihre durch den Inselcharakter, gegebene reiche 
Küstengliederung, die es ermöglicht, daß die der 
Kokospalme so“ nötigen Seewinde überall hin— 
streichen können und daß für Massenprodukte 
billige Abfuhrbedingungen gegeben sind. Außer 
den wilden Beständen standen auf dem Plantagen⸗ 
zelände des Schutzgebietes Neuguinea 31/, Mil⸗ 
sionen Palmen, dazu 200000 Kakao-— und 
500 000 Kautschukbäume, außerdem auf Samoa 
— das ein selbständiges Schutzgebiet war —, 
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/zat Pflanzenbutter *3 t Futterkuchen liefert. 
Dieses Edelkraftfutter setzt sich aber wieder in 
„t Milch oder 35 Xg Butter oder 88 xg 
Schlachtgewicht um! Die Südsee lieferte also 
20 Millionen Pfund prima Margarine und 
bensoviel Liter Milch. An Kakao erhielten wir 
us der Südsee (Samoa) 808 t feinster Bohnen, 
ius Afrika 53000. Deutschland war für Kakao vor 
ʒem Kriege nach den Vereinigten Staaten der stärkste 
herbraucher, indem es sobiel wie England und 
Frankreich zusammen konsumierte. 
6. stiautschou 
Der Marinestützpunkt Kiautschou, der 1898 
in der Südküste Schantungs angelegt und auf 
Fhinas Verlangen befestigt wurde, sollte der Aus—
	        
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