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Volkswirt- gleichung mit anderen Gegenständen herangezogen, und damit der
schaftliche Wert derselben zum Ausdruck gebracht wird, Hierdurch hat es eine
Funktionen, „94a bedeutsame Funktion im wirtschaftlichen Leben übernommen, und
wird noch unentbehrlicher wie das Längen- und Gewichtsmaß. Außer-
dem dient es als Sparmittel, indem die überschüssigen Vorräte in
dasselbe umgewandelt und als Reserve aufbewahrt werden. Erst durch
ein gutes Sparmittel kann auf primitiver Stufe der Kultur die Kapitals-
bildung vor sich gehen und wird die Bevölkerung daran gewöhnt, nicht
jeden reichlichen Vorrat zu vergeuden, sondern den Wert in das all-
gemeine Tauschmittel umzusetzen und damit Vorsorge für die Zukunft
zu treffen. Schließlich dient der Gegenstand noch als Leihmittel,
indem dem Schuldner damit die Möglichkeit gegeben ist, Sich diejenigen
Gegenstände zu verschaffen, deren er bedarf, auch wenn der Darleiher
ihm diese selbst nicht verabfolgen kann. ;
Ein Gut, welches diese vier Funktionen thatsächlich übernimmt, wird
volkswirtschaftlich als Geld anzusehen sein. Und wir sahen, daß, schon
vevor der Staat derartig entwickelt ist, daß er in das wirtschaftliche Leben
\«ntensiv eingreift, sich in der erwähnten Weise das Geld ausbildete. Wo
'ndeß ein Staat im modernen Sinne vorhanden ist, wird Geld nur durch
nen Gesetzesakt geschaffen, indem das allgemeine Tauschmittel zum
gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt wird. Jeder muß sich die Tilgung
einer Schuld mit diesem gesetzlichen Zahlungsmittel gefallen lassen, und
ein Jeder darf mit diesem Gegenstande seine Schulden tigen. Erst
Jurch die gesetzgeberische Sanktion erhält der Gegenstand die Eigen-
schaft, die ihn für die erwähnten Funktionen völlig geeignet macht. Die
Staatsgewalt ist erfahrungsgemäß dadurch auch in der Lage, Gegen-
stände in Geld zu verwandeln, welche durch ihre sonstigen KEigen-
schaften sich in keiner Weise dazu eignen. Es hat Ledergeld gegeben,
noch gegenwärtig giebt es Papiergeld. Die staatliche Verfügung kann
unter Umständen dem Zettel die Eigenschaft verleihen, die ihn zum
allgemeinen Tauschmittel geeignet macht. Er wird willig von Jedem
genommen, er hat dadurch die allgemeine Absatzfähigkeit erlangt, welche,
wie wir sahen, die Voraussetzung für ein allgemeines Tauschmittel
bildet. Doch zeigt die Erfahrung, daß die Macht des Staates in
dieser Beziehung eine beschränkte ist, und er nicht beliebig schalten kann.
Anforderun- Um höheren Ansprüchen zu genügen, muß das als Geld dienende
PR ade das Gut folgende Eigenschaften haben: 1. allgemein anerkannten Wert be-
””"°- sitzen, denn nur ein Gut, das überall geschätzt wird, kann nach dem
vorher Gesagten überhaupt als "Tauschmittel dienen. 2. In einem
kleinen Volumen infolge großer Seltenheit einen hohen Wert repräsen-
tieren, um auch für entfernte Gegenden als Zahlungsmittel dienen zu
können. Eben deshalb sieht man sich genötigt, mit Entwickelung der
Volkswirtschaft wie der Wohlhabenheit, welche fortdauernd höhere
Zahlungen beanspruchen, zu einem immer wertvolleren Metalle als
Münzmetall überzugehen, um dieser Anforderung in besserer Weise zu
genügen. 3, Muß der Gegenstand teilbar sein, ohne seinen Wert ein-
zubüßen, damit er sowohl in größeren wie in kleineren Stücken als
Tauschmittel dienen kann und damit den mannigfaltigen Anforderungen
zur Zahlung für größere und kleinere Werte zu genügen vermag,
4. Muß er sich leicht aufbewahren lassen, ohne dabei im Werte ein-
zubüßen, um als vollkommenes Sparmittel gebraucht werden zu können,
Es giebt erfahrungsgemäß keinen Gegenstand, der diesen An-
sprüchen in einem höheren Maße zu genügen vermag, als die Edel-
Pdelmetalle-