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Bildende Kunst.
steht Thoma das Ausland nicht. Denn er mag von ihm malen,
was er will, einen englischen Strand oder die Felsenriffe des
Gardasees oder die verbrannte Ebene der Campagna: es ist
alles eins und wird alles deutsch, — und selbst die Italienerinnen
werden bei ihm zu deutschen Frauen in fremder Maske.
Im Banne unverlierbaren Deutschtums aber ist Thoma
wiederum von einer ganz besonders eigenwilligen, niemals ver—
kennbaren Phantasie beherrscht. Er sieht weder die einfache
Wirklichkeit, wenn er schafft, so gut er sie in der Skizze ab⸗
konterfeit, noch erfassen ihn die anschaulichen Ideen der Zeit.
Zwar nähert er sich ihnen gelegentlich: seine Stillleben und
seine Bildnisse zeigen, was sein Wirklichkeitssinn vermag; und
in den Allegorien späterer Jahre nähert er sich auch inhaltlich
bisweilen besonderen Zeitgedanken. Aber ganz daheim ist er doch
nur im einfach mit der Phantasie erfaßten Gegenständlichen.
Und da erhalten alle seine Schöpfungen, Menschen, Tiere,
Landschaften, etwas gleichsam Stumm-Belebtes: sie strotzen von
innerem Leben, aber sie behalten es bei sich und eröffnen sich
traulich nur dem, der sich ihnen innig hingiebt. Das ist die
Wesensverwandtheit Thomas mit dem ersten großen holländischen
Maler Dirk Bouts, der auch auf Böcklin so eindrucksvoll gewirkt
hat; auch den Gestalten von Bouts ist ihr Geheimnis Pflicht,
und sie reden selbst unter Landsleuten nur zu den Sonntags⸗
kindern, die die Kraft besitzen, den Zauber. der sie umgiebt, zu
hrechen.
Dabei ist diese besondere Begabung Thomas wie ein
feiner Geruch, der alles durchdringt; kein Gebiet des An—
schaulichen ist ihm und seiner Malerei verschlossen, überall sieht
er geheimen Sinn und baut aus dessen Kenntnis die Dinge in
einfacher Gegenständlichkeit auf. Muß da noch gesagt werden,
daß er eine fromme Natur ist? Gottselig und kampflos, mit
dem frohen Vertrauen des Nachtwandlers schreitet er seines
Wegs durch diese wogende Welt, dem Sämann gleich, den er
so oft gemalt hat: