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die, soweit dies überhaupt praktisch möglich ist, für die kommenden Jahrzehnte
einen Überblick über Vermehrung und Aufbau des Volkes geben. a
Die vom Bundesamte durchgeführten Untersuchungen sind in einer
besondern, eingehenden Studie niedergelegt, auf die wir in der Finleitung zu
dieser Denkschrift hingewiesen haben. Im folgenden seien der Vollständigkeit
halber die wesentlichen Überlegungen und Ergebnisse daraus wiedergegeben.
Ausgehend von der Tatsache, dass die Geburtenzahl seit Beginn des 20,
Jahrhunderts auch in der Schweiz einen wesentlichen Rückgang verzeichnet,
eine Bewegung, die sich während der Weltkriegsperiode verschärfte, aber auch
im laufenden Jahrzehnt in ausgeprägter Intensität weitergeht, musste mit einer
in Zukunft langsam abnehmenden Bevölkerungsvermehrung gerechnet werden.
Es durfte also nicht, nach dem Vorbild ausländischer Sozialversicherungsvor-
lagen, mit einer gleichmässigen Zunahme von beispielsweise 10%) im Jahre
gerechnet werden. Vielmehr muss als vernünftige Folgerung aus den der Be-
obachtung zugänglichen Tatsachen der Schluss gezogen werden, dass die Bevöl-
kerungsvermehrung vorderhand noch verhältnismässig stark sei, dann langsam
schwächer werde und gegen den Schluss unseres Jahrhunderts sozusagen auf-
hören werde, Eine sofortige Stagnation ist nicht zu befürchten, weil parallel mit
dem Rückgang der Geburten ein intensiver Rückgang der Sterblichkeit unserer
Bevölkerung zu verzeichnen ist. Es zeigt sich dies schon aus einigen absoluten
Zahlen, noch deutlicher aber, wenn man diese zur jeweiligen mittleren Be-
völkerung in Beziehung setzt:
Jahr
Geburten (ohne
Totgeburten
1900
1905
1910
1915
1920 . 100
1925 72,570
1926 72,118
1927 69.588
Anzahl der
Sterbefälle
(ohne
Totgeburten)
#92 606
at „200
„3498
51,524
55,992
47,877
46,452
49.2092
Auf je 1000 Personen der
mittleren Bevölkerung :
Geburten-
überschuss
Hehurten
t
“8
2,6
>43
3
14
12,2
11,7
12,3
9,3
9,3
9,9
6,2
65
6,2
6s5
Gi
Ya
Me
a
13,9
17
Schon diese kleine Übersicht lässt erkennen, dass der Rückgang der Sterbe-
fälle den Rückgang der Geburten nicht ganz zu kompensieren vermag, so dass
ein allmählicher Rückgang der natürlichen Bevölkerungszunahme, also eine
verminderte Vermehrungsgeschwindigkeit, die natürliche Folge der beobach-
teten Vorgänge sein muss.
Eine weitere Folge dieses langsam schwindenden Nachwuchses ist die Ten-
denz der Bevölkerung, allmählich einem gewissen Beharrungszustand ent-
Scgenzugehen, Es ist anzunehmen, dass die schweizerische Wohnbevölkerung
ım Laufe dieses Jahrhunderts einen durch die wirtschaftlichen, geographischen