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Kleinunternehmer, dem alle die n'ur ganz kurz erwähnten Vorteile nicht
zu Gebote stehen. Zweifellos steigert der Großbetrieb die Produktivität der
Arbeit gegenüber den Kleinunternehmungen gewaltig, er bewirkt, „daß mit
demselben Aufwand von Kapital oder Arbeit eine größere Menge Güter
geschaffen uüd den Konsumenten zur Verfügung gestellt werden kann . . .
So bildet er unzweifelhaft einen volkswirtschaftlichen Fortschritt" (Lexis
„Großbetrieb und Kleinbetrieb" im Conrad'fchen Handwörterbuch der
Staatswissenschaften, 3. Auflage, Band V, S. 73). Diese möglichst hohe
Steigerung der Produktivität liegt auch vornehmlich im Interesse der Ar
beiterschichten, eine künstliche Hemmung dieser Fortschritte wäre gleichbedeu
tend mit der Begünstigung der besitzenden Volksklassen gegenüber den be
sitzlosen. „Denn wenn der Anteil der Arbeiter an den produzierten Gütern
vermehrt werden soll, so ist die erste zu erfüllende Bedingung, daß die Masse
der von einer gegebenen Dumme von Arbeitskräften erzeugten Güter ver
größert werde." (Lexis a. a. O.) Tatsächlich weisen auch die fabrikmäßigen
Großbetriebe günstigere Arbeitsverhältnisse — wenigstens im allgemeinen —
auf, sowohl hinsichtlich der Löhne wie hinsichtlich der Länge der Arbeitszeit,,
als auch bezüglich der Beschaffenheit der Arbeitsstätten wie in den kleinen
und selbst mittleren Betrieben. Die mannigfaltigen großzügigen Wohl
fahrtseinrichtungen, wie Erholungsheime, gesunde Wohnüngen, Werkkonsum-
vereine u. dgl. m. können auch nür von modernen kapitalskräftigen und ka
pitalgesättigten Eroßunternehmungen geschaffen werden, für Klein- und
Mittelbetriebe im Gewerbe wie im Handel sind sie einfach undenkbar. Aber
trotzdem -wäre es völlig verkehrt auf Grund dieser unleugbaren Tat
sachen, einen restlosen Untergang des mittleren und kleinen Betriebes zu
Gunsten der Groß- und RiesenUnternehmungen in Handel und in den Ge
werben vorauszusagen oder ihn auch nur zu wünschen. Schon die oben mit
geteilten Ziffern würden eine derartige Prophezeiung Lügen strafen. Na
mentlich die kl starke Bände umfassenden „Untersuchungen über die Lage des
Handwerks .in Deutschland mit besonderer Rücksicht auf seine Konkurrenz
fähigkeit gegenüber der Großindustrie." Bapd 61—72 der Schriften des Ver
eins für Sozialpolitik (1885—1897) haben den einwandsfreien wissenschaft
lichen Nachweis erbracht, daß das Handwerk und der mittlere industrielle
Betrieb durchaus nicht in seiner Gesamtheit als solches zum Tode verurteilt
ist. In den kleineren Städten und in den größeren Dörfern, welche das
flache Land mit gewerblichen Erzeugnissen versorgen, findet der Klein
betrieb in Industrie und im Handel durchaus gesicherte Lebensbedingungen.
„Aber auch in größeren Städten behalten gewisse Gewerbe eine überwie
gend lokale Bedeutung und lassen daher einen erfolgreichen Betrieb in klei
nerem Umfange zu; so dieNahrungsgewerbe, die raschem Verderb ausge
setzte Lebensmittel liefern; ferner Schuhmacherei und Schneiderei und die
übrigen Bekleidungsgewerbe, bis zu einem gewissen Grade auch Schlosserei,
Buchbinderei usw. Namentlich erweist, sich der Kleinbetrieb in den meisten
Fällen als konkurrenzfähig, >in denen es sich um genaue Anpassung an das
individuelle Bedürfnis, also um Eebrauchsgegenstände handelt, die nach
Maß oder besonderer Vorschrift angefertigt werden." (Lexis a. cr. O., S. 68.)
Hier entscheidet Kunstfertigkeit und Gewissenhaftigkeit des Anfertigers und
ein tüchtiger selbstarbeitender Handwerksmeister wird hier dem großen Un-