Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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ıSt, der auf eigene Verantwortung handeln will. Der Fiskalist 
verweigert nun obendrein fast jede, auch noch so berechtigte Aus- 
gabe, verweist auf mögliche »Ersparungen« (ohne aber konkrete 
Vorschläge zu machen) oder aber auf die Erhöhung der Ver- 
kehrspreise. 
Wenig rationell dürften jene unklaren Konstruktionen Sein, 
welche, wie z. B. bei den Österreichischen Bundesbahnen, ein 
zemischtes Betriebssystem verwirklichen wollen: zwar Sselb- 
ständiger Wirtschaftskörper, der nach kaufmännischen Grundsätzen 
zu führen ist, aber doch Zuschüsse des Staates und dessen, wenn 
auch verkümmerte Einflußnahme auf die Gebarung und Tarif- 
bildung der Bahnen. Hier sind Feuer und Wasser vermengt, da 
gibt es Dampf, der aber den Bahnen und der Volkswirtschaft recht 
‘euer zu stehen kommt. Wenn z. B. die Österreichische Finanz- 
verwaltung sich gegen die (derzeitige) Fortsetzung der Elektri- 
fizierung der Bahnen aussprach (vgl. Debatte im Verkehrsaus- 
schusse am 11. Jänner 1928), weil die Rentabilität (die aber 
derzeit eine Gleichung mit zwei Unbekannten ist) nicht gegeben 
wäre (was also entsprechende Staatszuschüsse bedeuten würde), So 
muß von‘ einer höheren Warte doch — abgesehen von den 
bekannten wirtschaftlichen, gesundheitlichen und _handelspoli- 
ischen Gründen für die Elektrifizierung — daran erinnert werden, 
daß der Staat jene Beträge, die er zur Arbeitslosenunter- 
stützung beiträgt, in jenem Maße erspart, in welchem Arbeiter 
durch die vielfältigen Arbeiten, die mit der Elektrifizierung ver- 
bunden sind, neu und länger beschäftigt sind. An diesem aktuellen 
Beispiele 1äßt sich deutlich der Unterschied zwischen herkömm- 
icher, irrationeller und moderner, rationeller Finanzpolitik er- 
zennen. 
{m einzelnen mögen folgende wichtigere Fragen der Rationali- 
sierung der Verkehrsbetriebe kurz erörtert werden. 
Im Post-, Telegraphen- und Telephonbetriebe kann durch 
rationelle Organisation des in- und externen Dienstes und durch 
technische Neuerungen (z. B. Automatik im großen Paketdienste, 
im Telephonbetriebe u. a.) die Verwaltungsregie wesentlich herab- 
zemindert werden, in welcher Hinsicht der letzte Bericht der 
Deutschen Reichspost (über 1926/1927) erfreuliche Fortschritte 
meldet, namentlich die Tatsache, daß ein wesentlich vermehrter 
Dienst mit weniger Personal bewältigt werden konnte; statt des
	        
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