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wie z. B. in Österreich, haben; nur müßten diese Ausschüsse,
wenn ‚sie rationell genannt werden sollen, mit den geringsten
Mitteln (Beiträgen der Angestellten) und außerhalb der Dienstzeit,
wie das in Amerika Sselbstverständlich ist, arbeiten; sie müßten
‘ferner von ihrem wertvollen Mitbestimmungsrecht (siehe den
Abschnitt Soziale Rationalisierung) weit mehr als bisher im positiv
aufbauenden Sinne Gebrauch machen, d. h. ihrerseits Vorschläge
'suggestions) zu ständigen Fortschritten des Betriebes, des Dienstes
und seiner Einteilung im Sinne der Rationalisierung machen. Dann
werden sie auch ihren Auftraggebern am besten dienen, weil
diese bei steter Verminderung der Betriebsausgaben auf die Dauer
nehr Aussicht auf bessere Bezüge haben als jetzt, wo vielfach
;rrationelle, d. h. zu teure Organisation des Dienstes und . daher
stets. ein latentes Defizit zu beklagen ist.
Die Bahnen haben in den Kraftwagen und Luftfahrzeugen
neue ‚und ernste Wettbewerber erhalten, ebenso. wie. mit ihnen
die Binnenschiffahrt in Wettbewerb steht. Diese Interessenkonflikte
wirtschaftlich und vernünftig zu regeln, ist eine Pflicht .rationeller
Verkehrspolitik der Regierungen; das Rationelle besteht in der
Erkenntnis, daß man die modernen Verkehrsbedürfnisse nicht
znebeln kann, -sondern für eine friedliche Teilung der Verkehrs-
arten auf die einzelnen Betriebsgattungen, etwa auch für einver-
ständliche Durchführung bestimmter Verkehre Sorge tragen Soll.
Neue Verkehrsmittel haben noch immer neuen Verkehr geschaffen,
so daß alle Verkehrsbetriebe daraus Vorteil ziehen können.
In der europäischen Binnenschiffahrt herrschen noch ‚in so
nancher Hinsicht sehr irrationelle Zustände... Schon der sehr
umständliche und schwer bewegliche Apparat der Internationalen
Donaukommission behindert die notwendigen Verkehrsfort-
schritte und verzögert auch die darauf bezügliche. Tätigkeit der
ainzelnen Uferstaaten. So wird die Donau 1935 oder 1937, da der
neue Großschiffahrtsweg vom Rhein zur Donau fertig sein wird,
kaum imstande sein, diesen wichtigen Verkehr klaglos zu führen.
Wie Staatssekretär Dr. Hantos erst kürzlich wieder ausführte
/»Neues Wiener Journal« vom 29. Jänner 1928), herrscht im Donau-
verkehr »die größte Unwirtschaftlichkeit, die es je auf einem
Strome gegeben hat«. Einzelne Uferstaaten verhalten sich anderen
Staaten gegenüber verkehrswidrig: man verhindert das Anlegen
von Schiffen oder man sperrt wichtige Häfen überhaupt, weil sie