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und desto weniger steigen die Unkosten. Die Gesamtheit der Her-
stellungskosten wird geringer, die Verkaufspreise können (und
sollen es auch bei richtiger Rationalisierung!) verringert werden,
der Absatz vermehrt sich, es kann immer mehr produziert, also
wieder mehr Arbeiter, oft nach kurzer Zeit, eingestellt werden.
Auch der mehrfach zitierte Internationale Kongreß für sozialen
Fortschritt gelangte zu ähnlichen Schlüssen. Die Rationalisierung
verursache lediglich zeitweilige Arbeitslosigkeit, zu deren Behebung
oder Milderung parallel laufende Mittel anzuwenden sind. Die über-
zähligen Arbeiter können an anderen Stellen oder zu anderen
Arbeiten des Werkes (oder des Bureaus) verwendet werden; sonst
muß die Arbeitslosenfürsorge einsetzen.
Es kommt auch auf das Tempo an, in welchem die Rationali-
sierung durchgeführt wird. Manchmal zwingt die Konkurrenz zu
ainem rascheren Tempo, als mit Rücksicht auf die Arbeiter geboten
wäre. Wenn alle Betriebe eines Landes gleichzeitig rationalisiert
würden, dann wäre allerdings die Gefahr der Arbeitslosigkeit un-
geheuer groß; das tritt aber nicht ein. Denkfaulheit, schwacher
Wille, persönliche und finanzielle Hindernisse wirken dem entgegen.
Auf dem Kongresse wurde ferner mit Recht darauf verwiesen,
daß gerade die rückständigen Betriebe am ehesten zur Einschränkung
der Produktion, ja zur Stillegung gezwungen sind, Als Beispiele
wurden der Kohlenbergbau und die Schiffahrtsindustrie Englands
angeführt, wo denn auch die größte Arbeitslosigkeit vorkommt, wo
aber auch Verfahren und Organisation rückständig sind. Auch aus
Deutschland und Österreich wurden solche Beispiele erwähnt. Der inter-
nationale Wettbewerb zwingt nun einmal zu möglichst billiger Pro-
duktion, die nur durch das Mittel der Rationalisierung erreicht werden
kann. Und man darf fragen: Um wieviel müßte die Zahl der Arbeits-
losen größer werden, wenn ein Land die eine oder andere Industrie
nicht rationalisieren wollte, während ihre wichtigeren Konkurrenten
tatkräftig rationalisieren? Es ist also, wie Devinat auf dem Kon-
gresse erklärte, vielfach nicht die Rationalisierung, sondern vielmehr
der Mangel an ihr schuld an länger dauernder Arbeitslosigkeit. Und
es wurde auf Deutschland verwiesen, wo die Arbeitslosenziffer sank,
als die Rationalisierung sich auszuwirken begann (1925 bis 1927).
Unser Problem fand eine besondere Behandlung vom Stand-
punkte der französischen Volkswirtschaft in einer Studie, die
Ch. Mercier über die sozialen Wirkungen der Rationalisierung ver-