Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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8s sich darum, im Arbeiter (und Angestellten) das Bewußtsein zu 
erwecken, daß er ein aktives Mitglied der ganzen Betriebsgemein- 
schaft, ein Subjekt des Betriebes und nicht bloß ein Objekt des- 
selben sei, gleich der stummen Maschine und dem stummen Material, 
das den Betrieb nur als Lohnempfänger interessiert und das der 
Betrieb auch nicht anders als Lohnauszahler zu interessieren pflegt. 
Diese Demokratisierung der Betriebe vollzog und vollzieht sich nicht 
leicht, Widerstände verschiedener Art wirken ihr entgegen, aber 
wohl ohne Aussicht auf Erfolg. Ein merkbarer Ruck nach vorwärts 
geschah, als nach Kriegsende der »Räte«gedanke von Rußland her 
auch in Mittel- und Westeuropa an Boden gewann. Zwar konnten 
sich die verschiedenen Bauern-, Soldaten- und Arbeiterräte nicht 
lange halten, sie widerstritten denn doch zu sehr den Sstaatlich- 
politischen Auffassungen in Kultureuropa. Wohl aber kondensierte 
sich der Räte-Gedanken in den genannten Ländern zu Gesetzen 
iiber die »Betriebsräte«, die, im Grunde nur eine Fortentwicklung 
der bekannten Einrichtung der Vertrauensmänner, zu keiner be- 
herrschenden Stellung gelangen konnten, hauptsächlich deshalb, weil 
die Personen, die zu Betriebsräten gewählt wurden, eine doppelte 
Mission zu erfüllen haben: einerseits sollen sie die Interessen ihrer 
Wähler vertreten (welche Funktion aber schon die alten Gewerk- 
schaften versahen), anderseits sollen sie ein Vermittlungsorgan 
zwischen Leitung und Belegschaft und Mitarbeiter an Fragen der 
Betriebsgestaltung sein. Nun könnten die Betriebsräte in der Tat sehr 
wertvolle Mitarbeiter an der Verbesserung der Betriebsverhältnisse 
sein, gibt ihnen doch z. B. das österreichische Gesetz das Recht, mit 
der Leitung »gemeinsame Beratungen über Verbesserung der Ein- 
-ichtungen und der allgemeinen Grundsätze der Betriebsführung ab- 
zuhalten« und bestehen doch eigene Kurse für Betriebsräte, wo auch 
sechnische und kommerzielle Fragen der Betriebe erörtert werden. 
Leider haben die Betriebsräte sich bisher nur wenig mit dieser ihrer 
Aufgabe befaßt, und mehr Interesse für ihre gewerkschaftlich-politi- 
schen Agenden bekundet. Sie wären auch .die berufenen Mittler 
zwischen Leitung und jenen Arbeitnehmern, welche Suggestions 
Verbesserungsvorschläge) erstatten wollen, und sollten diese segens- 
reiche Einrichtung (s. a. a. O.) viel mehr als bisher pflegen, um auf 
diesem Wege das sozial und wirtschaftlich so fruchtbare amerika- 
nische Prinzip der co-operation auch in Europa einbürgern zu 
helfen. Auch im jungen Industriestaate Japan kennt man schon works
	        
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