Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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Kritik ist auch an der Subventionspolitik der öffentlichen 
Körperschaften zu üben. Man sollte nicht aufrechten, steuerzahlenden 
Unternehmungen Abgaben entnehmen, um damit schlecht arbeitende 
oder faule Konkurrenten zu unterstützen (Dr. Reinhold, a. a. O.). 
Dies ist deshalb irrationell, weil schlecht geleitete Betriebe wahr- 
scheinlich auch mit Hilfe der künstlichen Stütze nicht empor- 
kommen werden, denn wirkliche, dauerhafte Besserung ist immer 
nur von innen heraus, aus eigener Kraft, eben durch energische 
Rationalisierung, zu erzielen. Gutgeführte Betriebe werden durch 
zu hohe Abgaben geschädigt und in ihrer Rationalisierung gehemmt; 
die volkswirtschaftlich so wichtige Preissenkung bleibt aus. 
Ein Mangel an rationeller Finanzpolitik ist es ferner, wenn der 
Staat Monat für Monat seine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung 
in Österreich sind es für 1928 22 Millionen Schilling) zahlt, statt 
diese Mittel der produktiven Arbeitslosenfürsorge zuzuwenden; 
selbst wenn er diesen Zwecken (Straßenreform, Zuschuß zur 
Elektrifizierung der Bahnen [siehe oben] u. a.) doppelt so viel zu- 
führt, wird er doch keinen Abgang zu befürchten haben, weil 
destehende Unternehmungen steuerkräftiger werden, neue Betriebe 
entstehen und weil mehr Leute beschäftigt sind und daher Abgaben 
verschiedener Art in höheren Beträgen eingehen. 
So wichtig die in erster Linie zu nennende unmittelbare 
Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung und der Finanzwirt- 
schaft des Staates ist, so hat er in seiner Ausgabenpolitik doch 
auch Pflichten zu beachten, die das sozialhygienische und 
kulturelle Gebiet betreffen, um die wertvollsten Güter eines 
Volkes — Gesundheit, Wohlfahrt, Bildung — nicht verkümmern zu 
lassen. Sonst wird auch die Grundlage einer gedeihenden Volks- 
und Staatswirtschaft gefährdet, also irrationell vorgegangen. Ein 
Staat kann nie genug Mittel für vorbeugende und heilende soziale 
Hygiene (Kinder- und Jugendfürsorge, Krankenpflege Bekämpfung der 
Volkskrankheiten und Seuchen, Wohnungspflege u. a. m.) bereitstellen. 
In Zusammenarbeit mit den Instituten der sozialen Versicherung ist 
hier vom Staate noch vieles nachzuholen. Der Erfolg ist ein großer: 
es werden mehr gesunde Menschen geboren, sie bleiben länger am 
Leben und erwerbsfähig, also auch Steuerträger, ersetzen also dem 
Staate wahrscheinlich mehr, als sie ihm gekostet haben. 
Ähnlich verhält es sich mit den Ausgaben für Unterricht 
Bildung und Forschung. Der österreichische Finanzgesetzentwurf
	        
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