Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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haften Schäden beider Teile führt, also im Grunde genommen nicht 
rationell genannt werden kann. Aber der Egoismus im positiven 
Sinne ist ebenso häufig nur ein scheinbarer, d. h. die Menschen 
handeln in der Regel durchaus nicht so »rationell« auch in ihren 
aigenen Wirtschaften, wie man annehmen müßte. Von den zahlreichen 
Fehlern und Mängeln charakterologischer Art war schon die Rede. 
Dazu kommen die vielen Exzesse im Genusse von Speise und 
Trank und von Rauschgiften; die Menschen machen sich geradezu 
selbst krank, was ihnen und dem Staate (d. h. den anderen) viele 
und große, sehr irrationelle Auslagen bereitet. Viele Menschen lernen 
zu wenig und kommen im Leben nicht recht voran, weil sie zu 
wenig kennen und können; tüchtigere Leute werden ihnen vor- 
gezogen — handeln diese Menschen im eigentlichen Sinne des 
Wortes »egoistisch«? Sie handeln vielmehr, allerdings unbewußt, 
altruistisch, im Interesse anderer, sehen aber ihre eigene Schuld 
nicht ein, sondern schieben sie anderen zu. Auch über diese Zu- 
sammenhänge sollte im Unterricht über Wirtschaftlichkeit gesprochen 
werden. 
Das soeben Gesagte gilt nun auch von dem Wirtschaftlichkeits- 
index katexochen, von der Verwendung des Einkommens. 
Das ist wohl eine der wichtigsten Fragen im Training für indivi- 
duelle Rationalisierung. In der Volkswirtschaftslehre wurde diese 
Frage bisher ziemlich vernachlässigt, ebenso wie die Lehre vom 
Konsum. Manche Nationalökonomen lehren sogar, daß beim Ver- 
brauche der Güter die Wirtschaft eigentlich aufhöre; vom Einkommen 
interessiert sie nur dessen Bildung und Verteilung (Zurechnung). 
Um so mehr befaßte man sich mit dem Werte (eines Gutes), aber 
nicht auch mit der sehr großen Verschiedenheit des Wertes, je 
nachdem ein Ding oder das Geld in die Hände eines rationellen 
Wirtschafters oder eines Geizhalses, eines Verschwenders oder 
sonst eines irrationellen Wirtschafters gelangt. Der rationelle Wirt- 
schafter wird trachten, selbst wenn das Einkommen gering ist, 
damit »auszukommen«, es sich »einzuteilen« und, wenn auch ge- 
ringfügige, Ersparnisse zu machen. Die Volkswirtschaftlehre bedarf 
auch in dieser Hinsicht einer Ergänzung durch die Wirtschaftlichkeits- 
lehre: neben die herkömmliche Lehre vom Einkommen gehört eine 
solche vom »Auskommen«. Die Ersparnisse sind notwendig, um 
unvorhergesehene Ausgaben bestreiten zu können. Diese rationelle 
Einkommensverwendung besagt natürlich nicht, daß jeder Wirtschafter
	        
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