Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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oft sogar ihre eigene kleine Mühle; sie verfertigte Strümpfe, 
Wämser, Kleider und Wäsche, ja sie spann und wob noch selbst 
die Wolle der eigenen Schafe; sie goß selbst die Kerzen und 
putzte mit dem Wachs der eigenen Bienen die Fußböden; sie 
trocknete (dörrte) ihre Pflaumen und kochte Obst ein; sie brannte 
und mahlte den Kaffee u. a. m. All diese Arbeiten könnten heute 
schon rein technisch und zeitökonomisch nicht mehr im Haushalte 
verrichtet werden; dies wäre eine ungeheure Zeit- und Arbeits- 
verschwendung. Man kauft all die genannten Dinge fertig oder läßt 
sich Verschiedenes ins Haus liefern, vom Warenhaus, vom Kon- 
sumverein u. a. Die Hausfrau ist im wesentlichen nicht mehr 
Selbstproduzent, sondern nur Konsument, Käuferin. Der wirt- 
schaftliche Nachteil dieser Metamorphose ist das Dahinschwinden 
wertvoller technologischer Kenntnisse und technischer Fertigkeiten; 
ein Hauptgebot der rationellen Hauswirtschaft ist es daher, den 
Hausfrauen wieder mehr Waren- und technische Kenntnisse 
zu vermitteln, Kenntnisse vom Heizwerte der verschiedenen Brenn- 
stoffe, vom Nährwerte der fertig gelieferten Eßwaren, von der 
Qualität der Textilien usf. Diese Kenntnisse müssen vor allem 
die allgemeinen und fachlichen Schulen, die von Mädchen besucht 
werden, bringen; dazu kommen Vorträge, Ausstellungen, Führungen, 
Fachzeitschriften. 
Die Modernisierung des Haushaltes zeigt sich vielleicht am 
gdeutlichsten auf dem Gebiete des Heizens und Kochens. Gas, 
Mineralöl und besonders elektrischer Strom beherrschen die Technik 
dieser wichtigen Arbeiten. Diese Fortschritte brachten und bringen 
1och immer weitere Entlastung der Hausfrau von vielerlei manu- 
aller Arbeit. In einem Wiener Vortrage »Der elektrische Haushalt « 
‘1927) wurde dies sehr anschaulich geschildert. Man erinnere sich 
an den Gaskocher, an den Gas- oder Petroleumofen, an das elektri- 
sche Licht, an die elektrisch angetriebenen Werkzeuge wie Bügel- 
3isen, Nähmaschine (seinerzeit schon ein rationeller Fortschritt — 
‚die Fee des 19. Jahrhunderts« — genannt), an den elektrischen 
Herd und Badeofen. Wieviel, zum Teil sehr schwere Arbeit, ist 
damit der Hausfrau (oder der Hausgehilfin) erspart worden und 
wieviel Zeit wurde für sie frei für die Kinderpflege und -er- 
ziehung, für geistige und soziale Arbeiten! Früher mußte die Haus- 
frau Kohle aus dem Keller schleppen (falls kein Lastenaufzug im 
Hause war), das Holz zerkleinern, den Kohlenherd, das Bad usw.
	        
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