Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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eine Schraube bricht oder ein Bestandteil verloren geht, ist ein 
Ersatzstück schwer oder gar nicht zu erwerben; die Hausfrau läuft 
in 4, 5 Läden, verliert viel Zeit und muß Schließlich eine neue 
Maschine kaufen, da die frühere vielleicht überhaupt nicht mehr 
geführt wird. Ähnlich verhält es sich in dem Falle, wenn ein Ofen- 
ring springt, ein Einmachglas entzwei geht oder eines von 6 Trink- 
gläsern bricht. Warum wurde hier nicht genormt und standardisiert, 
wie dies endlich auch in Deutschland und Österreich zur Durch- 
führung kommt? Die Glühbirnen sind einheitlich konstruiert so daß 
jede Hausfrau sich sehr wundern würde, wenn sie beim Bruche 
der Versagen einer Birne sofort eine neue Lampe kaufen müßte. 
Hier gibt es sogar, dank der internationalen Konvention, international 
zinheitliche Maße und Größen.) Warum paßt eine in Wien gekaufte 
Schreibfeder auch in einen Federhalter, der in München erstanden 
wurde? Frauen-Vereinigungen und andere Organisationen, auch 
die »Normen-Ausschüsse« in Deutschland und Österreich, bemühen 
sich daher mit gutem Grunde, all die vielen alltäglichen Haushaltungs- 
Dehelfe zu normen und zu standardisieren. Sie bedienen sich dabei 
ziner vorsichtigen aber berechtigten Methode, d. h. sie suchen 
zunächst das Einvernehmen aller Interessenten: Erzeuger, Händler 
und Verbraucher (Hausfrauen), herzustellen. 
Auch die sonstigen Fragen der Rationalisierung des Haus- 
haltes, so insbesondere die rationelle Organisation des Haus- 
haltbetriebes und seiner Arbeiten, wurden von den fachlichen 
Körperschaften behandelt. In Ausstellungen, Fachkursen und 
Veröffentlichungen (Zeitschriften, Werbeschriften u. a.) gelangen 
diese Ideen zur Darstellung. Das Motto ist: » Spare Zeit und Kraft!» 
Da gab es z. B. in einer Wiener Ausstellung der Ver. Fachkurse 
für Volkspflege (1927) nicht bloß viele technische Neuerungen, 
rationell konstruierte Geräte für den Haushalt, sondern auch prakti- 
sche Belehrungen und Gebrauchsanweisungen für Kochkisten 
Wärmeschirme u. a. m.; alle zum »Aufräumen« benötigten Utensilien, 
wurden, in einem netten Korbe gesammelt vorgeführt; auf einem 
Brettchen sah man all die kleinen Dinger, die, wie Reißnägel, Nadeln, 
Knöpfchen usw., So leicht verlorengehen, fest angebracht; es fehlte 
nicht eine Unterlage für die Knie beim Fußbodenreinigen u. a. m. 
Es wurde schon davon gesprochen, daß es in besonderem Maße 
Aufgabe der Schulen ist, die Mädchen für die Rationalisierung des 
Haushaltes zu erziehen und darin zu belehren. In Deutschland
	        
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