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ihrer Benützung errichtet, so daß zur Erntezeit und beim Drusche
zuviel Menschenkräfte notwendig waren; hier ergaben sich also mit
Hilfe der Rationalisierung wirksame Mittel, der »Leutenot« zu steuern.
Neuerdings findet in Deutschland der »Sparhof« immer mehr Ver-
breitung. Die Grundregel seiner Konstruktion ist, menschliche Arbeit
für Tragen, Wege usw.) möglichst zu ersparen. Dieser Erfolg wird
zunächst durch eine rationelle Lage der Gebäude zueinander und
durch Einbau zweckmäßiger Transporteinrichtungen (Geleise, Hänge-
bänke, Förderer, Aufzüge u. ä.) erreicht — wie man sieht, tritt auch
hier der Grundgedanke der Fordschen »Fließarbeit« deutlich hervor.
Bei rationell konstruierten Dreschanlagen z. B. sind nur mehr 3 statt
12 bis 15 Personen erforderlich. Auch die Stallungen sind ähnlich
3aingerichtet; sie werden mit Transportvorrichtungen für die Zufuhr
des Futters und der Streu sowie für die Abfuhr des Düngers zur
(ebenfalls rationell gebauten und gelagerten) Dungstätte versehen,
was die Kosten und den Ertrag der Viehhaltung aufs günstigste
beeinflußt. Daß man für Einrichtungen zu sorgen hat, die den
Geboten moderner Stallhygiene dienen, ist selbstverständlich; die
gesundheitlichen Gefahren der Viehhaltung lassen sich (wie beim
Menschen) zum größeren Teil vermeiden. Peinliche Reinhaltung der
Tiere und ihrer Behausung, ihre sorgfältigste Wartung und ihre
periodische ärztliche Untersuchung sind naturgemäße Forderungen
der Rationalisierung. Übrigens sollen zementierte Ställe, ein schein-
barer Fortschritt gegenüber Ställen aus Holz oder feuchten Stein-
bauten, sich bei Schweinen nicht bewährt haben.
Das große Gebiet der landwirtschaftlichen Arbeit selbst ist in
Amerika und wird nun auch in Europa in stets zunehmendem Maße
"ationalisiert, vor allem durch die Mechanisierung und Motori-
sierung der Arbeit. In einem Berichte über Kanada, betitelt »Die
Maschine als Landmann« (Vossische Zeitung, 9. September 1927),
erzählt ein deutscher Auswanderer. daß er zur Gänze umlernen mußte,
daß kaum eine Lehre der deutschen Landwirtschaft dort Anwendung
äinde. Allerdings sind die anderen Arbeitsweisen bedingt durch das
andere Klima und das weite Flachland; aber gewisse techniche Ver-
Desserungen sind durchaus auch in Mitteleuropa anwendbar. In Kanada
erfordert z. B. die Heuernte fast keine Handarbeit mehr — die
Maschine schneidet (mäht), harkt, wendet; reichere Farmer benützen
sinen automatischen Auflader (Heugabel — ade!): ein kleiner Elevator
arfaßt das Heu und schafft es auf den (Automobil-) Heuwagen.