Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

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Mangel an Übereinstimmung von Geschäftsgebräuchen und ähn- 
lichen, woraus Mißhelligkeiten und Prozesse entstehen; 
Verschwendung beim Materialgebrauch. 
1921 veranstaltete ein Komitee von 18 Industrieingenieuren 
unter Hoovers Leitung Untersuchungen in der Industrie bezüglich 
der Verluste. Von der aufgewendeten Zeit wurde als Verlust erhoben: 
in der Metallindustrie 29 Prozent, in der Schuhindustrie 41 Prozent, 
in der Textilindustrie 49 Prozent, im Baugewerbe 53 Prozent, in 
der Herrenkonfektion 64 Prozent — im Durchschnitte 49 Prozent! 
Also die Hälfte der aufgewendeten Energie, der Arbeitsleistungen 
geht verloren, wird vergeudet. Der Produktionswert dieser Industrien 
ist rd. 60 Milliarden Dollar — die Hälfte davon ist Verlust, muß 
also von den Bewohnern des Landes getragen werden! Das Komitee 
stellte hierauf die Hauptursachen der »wastes« fest, ähnlich wie es 
früher in der »Liste« mitgeteilt wurde, und prüfte, wer für die Ver- 
'uste verantwortlich sei: weit über 50 Prozent treffen die Betriebs- 
‚eitung, 25 Prozent die Arbeiter, der Rest entfällt auf Ursachen, 
die von außen wirken und die nur schwer durch technisch-organi- 
satorische Einrichtungen oder persönliche Kontrolle zu erfassen sind. 
Als Mittel zur Beseitigung der vermeidbaren »wastes« wurden 
hierauf vorgeschlagen: Verbesserung der Organisation und der Kon- 
rolle des Betriebes; bessere Anpassung der Produktionskapazität an 
lie tatsächliche Nachfrage (marketing); vermehrter Gebrauch indu- 
strieller (Betriebs-) Statistik; größere Anwendung einheitlicher Kal- 
kulationsmethoden; wirksamere Verhinderung von Unfällen und 
Betriebskrankheiten; Standardisierung (Vereinheitlichung) der 
Produkte; bessere Beziehungen einzelner Industrien zueinander; 
gemeinsames Arbeiten der Käuferschaft mit der Betriebsleitung 
und der Arbeiterschaft an der Verringerung der »wastes,« denn das 
Hauptproblem liegt vielfach bei den Käufern der Ware, die zur 
Wirtschaftlichkeit im Einkaufe erzogen werden müssen, namentlich 
was die Standardisierung betrifft, aber auch in der Hinsicht, daß 
die Käufe gleichmäßiger auf das ganze Jahr verteilt werden. Im 
Handelsministerium wurde eine eigene Abteilung für praktische 
Vereinfachung, ein Clearinghouse für den Austausch aller Gedanken 
and Erfahrungen eingerichtet, das, gegliedert in 300 Fachgruppen, 
die Aufgabe hat, Fabrikanten, Kaufleute und Käufer dahin zu bringen, 
gemeinsam für die Rationalisierung der Produktion und des 
Verkaufes, insbesondere für die Standardisierung, zu arbeiten. Mit
	        
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