Full text : Wirtschaftlichkeitslehre

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schusse), den er im Österr. »Amerika-Ausschusse« 1926 hielt, sei das
Wichtigste über Normung kurz dargestellt. Die ersten und ältesten
»Normen« sind die Maße und Gewichte, ursprünglich vom menschlichen
 Körper genommen. Auch die Zünfte kannten schon bestimmte
Stärken (Maße), z. B. für Baubeschläge und Hufeisen, ebenso die
Industrie, aber nur empirisch, nicht systematisch. Im Gegenteil:
die freie Konkurrenz zwang jeden Fabrikanten, seine Erzeugnisse
so verschieden als nur möglich von denen anderer Betriebe herzustellen.
 So kam es, daß man, wenn man in Europa eine amerikanische
 Maschine gekauft hatte, wegen einer Schraube nach
Amerika schreiben mußte. Diese Vielfalt der Ausmaße erweckte
in Einsichtigen den Plan der Wirtschaftlichkeit: die Gebrauchsgegenstände
 und ihre Teile in gleichen Maßen (einer bestimmten,
möglichst geringen Zahl) zu erzeugen (»Fabriksnormung«). Einer
der frühesten Normungsfälle ist der der elektrischen Glühbirnen,
dann die Normungen in der Hüttenindustrie (>»Branchennormung«);
diese Normung hat auch schon internationale Organisation. Der Krieg
förderte diese Entwicklung ganz besonders, da Munition, Ausrüstungszegenstände
 rasch austauschbar sein mußten. So wurde 1917
der Deutsche_Normenausschuß_ gebildet, nachdem ein solcher in
England schon vor dem Kriege gegründet war. Der bald darauf
zeschaffene Österr. Ausschuß (in welchem stets alle Interessenten
vertreten sind) arbeitet mit dem deutschen Ausschuß zusammen;
1926 wurde in einer Konferenz zu New York die internationale
Zusammenarbeit beschlossen. An -dem erwähnten Beispiele der
genormten Glühbirne 1äßt sich der große Vorteil der Normung für
alle Interessenten deutlich zeigen. Das elektrische Licht hätte wohl
nie die große Verbreitung gefunden, wenn es nicht genormte Birnen
gegeben hätte. Ursprünglich hatte jede Lampenfabrik ihre eigenen
Maße, ‚eigene Befestigungsarten (Steckfassung, Schraubengewinde
u. a). In Amerika, wo die größte Erzeugung war, gab es zwei
Maupttypen: Edison und Swant; eine internationale Kommission
antschied sich für den Edison-Typus. Man kam zu der wichtigen,
volkswirtschaftlichen Erkenntnis: es ist falsch, die Konkurrenz bloß
von der anders gearteten Gestaltung (Ausmessung) der Ware abhängig
 zu machen. Wesentlich geholfen hat der Normung in diesem
Falle allerdings auch die straffe nationale (und internationale)
Kartellierung, die es sogar verstand, die Preise zu ermäßigen. Das
Wesentliche war aber: gleichartige Ware, leichteste Austauschbarkeit,
            
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