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dadurch zu erzielen, daß sie eine bestimmte Menge neuer Kräfte
Jazugibt (quantitativ) oder, ohne neue Kräfte, die gegebenen Kräfte
zweckmäßiger (rationeller) ausnützt, durch eine andere Zusammen-
setzung oder Zusammenarbeit derselben. Nicht jede Veränderung der
Kräfte-Kombination gibt ein‘ größeres, bzw. besseres Resultat,
sondern jeweils nur eine bestimmte Kombination (positive Kombi-
nation). Dazu ist die wissenschaftliche Kenntnis der Eigenschaften und
Wirkungsgrade der gegebenen Kräfte notwendig, z. B. die Psycho-
;echnik hinsichtlich der Arbeitskraft, die Prüfung der Werkstoffe u. a.
Bisher versuchte man R auf rein empirischem Wege zu bessern —
die Rationalisierung gibt systematisch-wissenschaftliche Methoden
an die Hand und vermag oft viel rascher ein besseres R zu erzielen,
wirkt also nach Art der Katalysatoren in der Chemie.
Zweck ist immer: mit einer kleinerer E ein größeres R zu ge-
winnen. Untersuchungen ergeben, daß in vielen Betrieben E nicht
unmittelbar in R verwandelt wird, d.h. man trägt z. B. Lasten von
ainer Stelle zu einer anderen, zu einer dritten und vierten Stelle
und wieder zurück: es wird viel Arbeit geleistet, ohne daß sie
nützliche Arbeit wäre. Hier liegt ein Fehler der betrieblichen Organi-
sation in technischer Hinsicht vor; man muß die Bewegungen in
anderer Form ausführen, anders disponieren. Praktiker behaupten,
daß bis zu 60 Prozent der verwendeten E (und der Zeit) derart
nutzlos verwendet (also verschwendet) werde. Hiermit kommen wir
zum Grundgedanken des Fordismus, zum Prinzip der »fließenden
Arbeit«; demgegenüber ist das ‘oft. genannte Fließ- oder Trans-
portband nur ein äußeres Zeichen, nicht einmal ein wesentliches
Merkmal dieses Systems. Professor Ermanski erläuterte dieses
Prinzip sehr anschaulich an folgendem Beispiele. Jetzt sind die
Arbeitsräume so angeordnet, daß je eine Werkstatt die Gießerei,
die Dreherei (mit Drehbänken), die Bohrerei (mit den Bohrmaschinen),
die Fräserei usw. enthält; diese Werkstätten sind in der Reihenfolge
der zu verrichtenden Arbeiten angeordnet: die Gußstücke gelangen
in die Dreherei, von dort in die Bohrerei usw., schließlich in die
Werkstätte, wo die Schraubengewinde geschnitten werden. Etwa
100 Gußstücke werden durch einen Kran in die Dreherei befördert,
dort eingelagert, aufgestapelt und jedes Stück auf eine Drehbank
gebracht; von dort wandern die gedrehten Stücke ebenso in die
Bohrerei, wo die Stücke auf die Bohrmaschinen verteilt werden usw.
Der organisatorisch-technische Fehler ist klar: Es ist außerordentlich