Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

38 
dadurch zu erzielen, daß sie eine bestimmte Menge neuer Kräfte 
Jazugibt (quantitativ) oder, ohne neue Kräfte, die gegebenen Kräfte 
zweckmäßiger (rationeller) ausnützt, durch eine andere Zusammen- 
setzung oder Zusammenarbeit derselben. Nicht jede Veränderung der 
Kräfte-Kombination gibt ein‘ größeres, bzw. besseres Resultat, 
sondern jeweils nur eine bestimmte Kombination (positive Kombi- 
nation). Dazu ist die wissenschaftliche Kenntnis der Eigenschaften und 
Wirkungsgrade der gegebenen Kräfte notwendig, z. B. die Psycho- 
;echnik hinsichtlich der Arbeitskraft, die Prüfung der Werkstoffe u. a. 
Bisher versuchte man R auf rein empirischem Wege zu bessern — 
die Rationalisierung gibt systematisch-wissenschaftliche Methoden 
an die Hand und vermag oft viel rascher ein besseres R zu erzielen, 
wirkt also nach Art der Katalysatoren in der Chemie. 
Zweck ist immer: mit einer kleinerer E ein größeres R zu ge- 
winnen. Untersuchungen ergeben, daß in vielen Betrieben E nicht 
unmittelbar in R verwandelt wird, d.h. man trägt z. B. Lasten von 
ainer Stelle zu einer anderen, zu einer dritten und vierten Stelle 
und wieder zurück: es wird viel Arbeit geleistet, ohne daß sie 
nützliche Arbeit wäre. Hier liegt ein Fehler der betrieblichen Organi- 
sation in technischer Hinsicht vor; man muß die Bewegungen in 
anderer Form ausführen, anders disponieren. Praktiker behaupten, 
daß bis zu 60 Prozent der verwendeten E (und der Zeit) derart 
nutzlos verwendet (also verschwendet) werde. Hiermit kommen wir 
zum Grundgedanken des Fordismus, zum Prinzip der »fließenden 
Arbeit«; demgegenüber ist das ‘oft. genannte Fließ- oder Trans- 
portband nur ein äußeres Zeichen, nicht einmal ein wesentliches 
Merkmal dieses Systems. Professor Ermanski erläuterte dieses 
Prinzip sehr anschaulich an folgendem Beispiele. Jetzt sind die 
Arbeitsräume so angeordnet, daß je eine Werkstatt die Gießerei, 
die Dreherei (mit Drehbänken), die Bohrerei (mit den Bohrmaschinen), 
die Fräserei usw. enthält; diese Werkstätten sind in der Reihenfolge 
der zu verrichtenden Arbeiten angeordnet: die Gußstücke gelangen 
in die Dreherei, von dort in die Bohrerei usw., schließlich in die 
Werkstätte, wo die Schraubengewinde geschnitten werden. Etwa 
100 Gußstücke werden durch einen Kran in die Dreherei befördert, 
dort eingelagert, aufgestapelt und jedes Stück auf eine Drehbank 
gebracht; von dort wandern die gedrehten Stücke ebenso in die 
Bohrerei, wo die Stücke auf die Bohrmaschinen verteilt werden usw. 
Der organisatorisch-technische Fehler ist klar: Es ist außerordentlich
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.