70
An erster Stelle ist da zu nennen: die lebendige (nicht bureau-
kratische!), alle Abteilungen und Arbeiten beherrschende Leitung.
Wenn in einem Betriebe keine rechte Ordnung herrscht, wenn un-
vefriedigende Zustände zu beklagen sind, so liegt die Hauptschuld an
der leitenden Persönlichkeit, die ihrer Aufgabe nicht gewachsen ist
An zweiter Stelle ist die rationelle Verteilung der Arbeiten
und Aufgaben im Betriebe, bzw. auf seine Abteilungen zu erwähnen,
lerart, daß alle Abteilungen wie die Räder eines Uhrwerkes pünktlich
‘ineinandergreifen.
Dann folgt die rationelle Reihung der zu verrichtenden Arbeiten
in Werkstatt und Bureau (Näheres s. Fließarbeit), d. h. jede Arbeit
soll sich an die ihr technisch oder kommerziell folgende Arbeit
möglichst unmittelbar, reibungslos anschließen, ohne jede Zeit-
verschwendung, ohne jede überflüssige Nebenarbeit.
Natürlich muß jede Doppelarbeit vermieden werden: einer von
den zwei Personen arbeitet in diesem Falle mit 100 Prozent überflüssig.
Zu solchen »Doppelarbeiten« ist auch jede unnötige »Kontrolle «
oder »Revision« eines »höheren« Betriebsorganes zu rechnen; rationell
ist vielmehr, daß jeder im Betrieb Tätige genau weiß, was er zu tun
hat, aber auch, daß er dies unter voller eigener Verantwortung
tut; stichprobenweise Kontrollen genügen. Zuviel Kontrolle, namentlich
nit Hilfe der noch sehr verbreiteten » Zettelwirtschaft«, ist purer Bureau-
kratismus, also so ziemlich der strikte Gegensatz der Rationalität.
Die einzelnen Abteilungen des Betriebes sollen also möglichst
unter eigener Verantwortung ‘arbeiten, vielleicht sogar nach
eigener Verrechnung und Gewinnbeteiligung (so in der Schuhfabrik
Bata, Zlin); jedenfalls treibt die eigene Verantwortung. noch am
ahesten zu Bestleistungen. Doch ist ein ständiger Kontakt. der
Abteilungen notwendig, am besten zu erzielen durch periodische
Konferenzen der Abteilungsleiter (und etwaiger Referenten). Zu
vermeiden ist das einseitige Überwiegen einer Abteilung über die
anderen, z. B. der finanziellen über die technische, kommerzielle
und sozial-persönliche Abteilung, Es kann z. B. ein von einer Bank
Äinanzierter Industriebetrieb oft nicht die notwendigen technischen
Investitionen oder Ausgaben für Rationalisierung machen, weil die
Betriebsleitung in der Hauptsache finanziell eingestellt ist, d. h.
auf Dividendenpolitik sieht. Ebenso irrationell ist es auch, selbst
berechtigten Forderungen der Angestellten oder Arbeiter nur aus
»grundsätzlichen« Bedenken längeren Widerstand entgegenzusetzen.