Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

71 
Zuletzt, aber nicht zumindest, ist die aktiv interessierte Mit- 
arbeit aller im Betriebe tätigen Personen, ihre verständnisvolle 
Zusammenarbeit (co-operation) zu erwähnen. Daran fehlt es bekannt- 
lich noch vielerorts, in Europa mehr als in Amerika — und hier 
Amerika nachzustreben, kann wahrlich nicht unrichtig sein. Im 
Abschnitte »Soziale Rationalisierung« soll dieses — für den Erfolg 
aller anderen Rationalisierung entscheidende — Thema und die 
Mittel besprochen werden, deren man sich bedienen kann, um die 
co-operation zu erreichen. 
Zur Frage der »Betriebsorganisation« selbst sei noch bemerkt, 
daß es nicht genügt, einen »Organisator« einmal zu Rate zu 
ziehen oder irgend einen besonders empfohlenen neuen technischen 
Behelf einzustellen; in solchen Fällen oberflächlicher, flüchtiger 
Reform versagt diese und die Rationalisierung als solche ist dann 
diskreditiert. Man muß vielmehr alle Teile des Betriebes auch in 
der Reform aufeinander abstimmen und die dort Beschäftigten auf 
die neuen Methoden einschulen lassen, kurz gesagt: auch hier 
genügen nicht die Sachen, sondern erforderlich ist wahrer Rationa- 
lisierungsgeist. Verläßliche Organisationsberater und Einschuler 
beabsichtigt der Amerika-Ausschuß (Wien, I, Eschenbachgasse 11; 
Obmann: Kommerzialrat Hugo Meinl) zu empfehlen. 
Die Konzentration als Mittel der Rationalisierung. 
{In Laienkreisen, aber auch in manchen industriellen Kreisen wird 
angenommen, Rationalisierung sei nichts anderes als Konzentration, 
während diese in Wirklichkeit nur eines der tauglichen Rationali- 
zierungsmittel ist. In der Tat kann durch Vereinbarung (Kartell) oder 
noch weiter gehende Gemeinschaft (Trust, Fusion) so mancher techni- 
scher, organisatorischer, kommerzieller Rationalisierungszweck leichter 
und erfolgreicher erfüllt werden, als wenn die betreffenden Betriebe 
jeder für sich rationalisieren wollten. So wurde z. B. für Österreich 
die stärkere Konzentration der Industrie zur Durchführung der 
Rationalisierung als eines Selbsthilfemittels (gegen das Passivum 
der Handelsbilanz), zur rascheren Intensivierung der Industrie und zur 
Verbreitung der Serienerzeugung empfohlen. Als Hindernisse der 
Konzentration wurden genannt: die Überzahl und die Verschieden- 
artigkeit der Betriebe, selbst in der Maschinen- und Metallwaren- 
industrie, die ungünstigen Steuergesetze (Wertzuwachs-, Syndikats- 
steuer), Hindernisse persönlicher Art (hohe Abfertigungen u. ä..
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.