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Käufergewohnheiten; dazu kommt, daß die europäischen Industrien
auf die Ausfuhr in sehr verschieden geartete Länder, also auch_auf
verschiedene Qualität und Art der Ausfuhrwaren Bedacht nehmen.
müssen. Aber man erkennt doch an, daß die Erzeugung in Europa
zu-sehr Zersplittert, zu sehr differenziert ist; daher ist die Zusammen-
ziehung der Betriebe und deren Rationalisierung, die größere Ein-
{achheit und Einheitlichkeit der Produkte bis zu einem gewissen
Grade (der sich von selbst ergibt) wohl geboten. Außerdem bringt
der Zusammenschluß noch folgende rationelle Vorteile: gemeinsamer,
daher billigerer Einkauf der Rohstoffe; Verteilung der Erzeugung
auf die frachtlich günstigst gelegenen Gebiete; Zentralisierung und
Verbilligung der Werbearbeit; gemeinsamer und billigerer Verkauf.
Auch ist der nationale Zusammenschluß der (wichtigeren) Betriebe
sines Industriezweiges die Voraussetzung seines Anschlusses an
aine internationale Kombination.
{rrationell wäre es nur, wenn eine industrielle Konzentration
über das gerechtfertigte Maß hinaus die Verkaufspreise hoch-
halten oder gar erhöhen wollte; das hieße der Rationalisierungs-
idee den schwersten Nachteil zufügen und würde auch sehr bald
zur stärkeren Einfuhr billigerer Auslandsware drängen. Kluge Berater
der Industrie in den Körperschaften, die dem Rationalisierungs-
gedanken dienen, haben die wichtige Aufgabe, in solchen Fällen zu
warnen, nicht wieder in den alten Fehler zu verfallen: lieber weniger,
aber zu hohen Preisen, als möglichst viel, aber zu mäßigen Preisen
zu verkaufen; derGewinn ist nämlich im letzten Falle sogar größer und
xann immer größer werden, im ersten Falle dagegen schrumpft er ein.
Bessere Marktbeherrschung — ein Gebot der Rationalisierung.
In dem erwähnten Hoover-Bericht wird als größte Verlustquelle
waste) oder Verschwendung des heutigen Wirtschaftssystems die
periodische Inflationshausse mit . folgendem Rückschlag — die
Krisen — bezeichnet; dieser Faktor nimmt daher in der mitgeteilten
»Liste« der Verlustquellen die erste Stelle ein. Auch Prof. M. Keynes
bezeichnet die Schwankungen im Güterumschlag und in der Be-
schäftigung‘ als »die ernsteste Erkrankung« unserer Wirtschafts-
ordnung. Was für Heilmittel werden gegen dieses Leiden vor-
geschlagen? Welche Heilmittel kann auch der Rationalisierungs-
politiker gutheißen?