Full text : Wirtschaftlichkeitslehre

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treibende wählt, ob er nicht zu große Motore oder zu größe
Arbeitsmaschinen einstellt, die dann nicht voll ausgenützt werden
können, also zum namhaften Teil »totes« Kapital, das »Zinsen
frißt«, darstellen. Die richtige Wahl der Kraft- und Arbeitsmaschinen
ist überhaupt von größter rationeller Bedeutung. Im allgemeinen
wird die Elektrizität, zufolge der Fortschritte der elektrischen Kraftübertragung
 und der Verbilligung der Elektromotore, für den Gewerbebetrieb
 die zweckmäßigste Kraftart sein. Die Maschinenbetriebe
 im Gewerbe Deutschlands zeigen denn auch, seitdem die
weitverzweigten Stromnetze instand gesetzt wurden, eine bedeutende
Zunahme. Am deutlichsten, man kann im wahren Sinne des Wortes
sagen, am »handgreiflichsten« erweist sich der maschinelle Fortschritt
 im Friseurgewerbe, wo die elektrische »Haarschneidemaschine«
 bedeutende Zeit- und Arbeitsersparung brachte. Von den
38.000 handwerksmäßigen Bäckereien Deutschlands haben 45.000
elektrischen Antrieb (vgl. Walter Bucerius, Karlsruhe, Die Maschinisierung
 des Handwerks, Frankfurter Zeitung, Wirtschaftshefte,
Dezember 1927). Doch ist auch der Dieselmotor mit Erfolg zu
verwenden. Wie erwähnt, muß der rationell arbeitende Handwerker
sich davor hüten, zu große Maschinenaggregate zu kaufen, um
nicht den Fehler einer zu geringen Benützungsdauer zu begehen.
Die Maschinenfabriken erzeugen denn auch besondere Handwerksmaschinen,
 ja sogar eigene »Maschinenwerkzeuge«, die je nach
Bedarf motorisch oder auch mit der Hand betrieben werden können
und auch außerhalb der Werkstätte, bei Monteur- oder Reparaturarbeiten,
 benützt werden können (vgl. Bucerius, a. a. O.). Intensives
Zusammenwirken von Industrie und Handwerk wird auf diesem
Gebiete gewiß noch manchen rationellen Fortschritt bringen. ;
Andere Fragen der Betriebsführung betreffen die kaufmännische
Seite des Gewerbes. Ingenieur Bandat vom Wiener Gewerbe+
förderungsinstitut erwähnte in einem Vortrage (Dezember 1926) vor
allem: Genauigkeit in der Geschäftsführung, genaue Einhaltung der
Liefertermine, aber auch ordentliche Ausführung der übernommenen
Arbeit, Bekämpfung des höchst irrationellen »Borgungswesens« (wir
meinen: am besten durch eine gewerbliche Kreditstelle und durch
Erziehung auch der Käufer zur Rationalität), richtige Behandlung
der Kunden, zweckmäßige und klare Betriebsaufzeichnungen, ' nicht
zuletzt richtige Vor- und Endkalkulation, um eine richtige Preisund
 Ertragberechnung und eine wirksame Betriebskontrolle: zu er-
            
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