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möglichen. Bezüglich der Aufschreibungen in einem Gewerbebetriebe
möchten wir nicht so weit gehen wie Ingenieur Bandat, der eine
ziemlich große Liste verschiedener »Bücher« empfiehlt. Wohl aber ist
zu beherzigen, was er über die Sorgfalt sagt, die den Belegen
‚Rechnungen u. a.) — und das gilt sowohl von ihrer sachkundigen
Verfassung als von ihrer Aufbewahrung — zu widmen ist. Für
kleinere Betriebe ist es gewiß nicht rationell, ja in der Regel auch
gar nicht möglich, mehrere Bücher zu führen; viel rationeller ist
es, wenn sie ihre Aufzeichnungen durch einen fachlich gebildeten
Vertrauensmann der Genossenschaft oder durch ein gut empfohlenes
Bureau (z. B. in Wien das des Dr. Prziborsky) gegen mäßige
Gebühr führen lassen, was ungemein erzieherisch wirkt.
Zu besprechen ist weiter die Rationalität der (freien) Genossen-
schaften des Gewerbes. Leichter zu bilden und mehr verbreitet
sind die Genossenschaften für den gemeinsamen Einkauf. der Roh-
stoffe, für den gemeinsamen Verkauf sowie Kreditgenossenschaften;
schwer zu bilden dagegen sind die Werk- und Produktivgenossen-
schaften, weil sie hohen Gemeinsinn und eine gewisse Entsagung
voraussetzen, da sie die geschäftliche Selbständigkeit. des einzelnen
stark vermindern. Aber die Genossenschaft ‚als »Konzentration« ist in
ler gewerblichen Sphäre ebenso ein Mittel der Rationalisierung wie
n der industriellen und landwirtschaftlichen Sphäre. Nur kommt es
ei den Genossenschaften, sollen sie ihren wirtschaftlichen Zweck
erfüllen, immer auf zwei Voraussetzungen an: der Geschäfts-
führer muß sachkundig und gewissenhaft seinj dann wird
»>ine Genossenschaft auch ohne (staatliche u. a.) Subvention, auch
öähne den Schutz einer politischen Partei prosperieren und ihren
Mitgliedern den gewünschten rationellen Erfolg (billigerer Bezug
des Rohstoffes, leichterer und vermehrter Absatz ihrer Erzeugnisse,
bequemerer und billigerer Kredit usw.) bringen.
Auch die berufsständische Organisation des Gewerbes
bedarf der Rationalisierung. Nicht zu vielerlei Parallelorganisationen!
Für jedes Fach und für jeden nicht zu großen Bezirk eine terri-
toriale Organisation, eine Spitzenorganisation, das würde genügen.
Der deutsche Handwerker- und Gewerbekammertag (München 1927)
faßte in dieser Hinsicht sehr rationelle Beschlüsse, namentlich was
die Vereinfachung im Organisationswesen betrifft. In Österreich gibt
2s zweifellos zu vielerlei gewerbliche Organisationen, welche die
Zeit jener Männer, die fachliche Arbeit für das Gewerbe leisten