Full text: Wirtschaftlichkeitslehre

38 
nellen) Standpunkte nichts gegen die »oOrganisierte Selbsthilfe« 
sowohl der Erzeuger als auch der Käufer (Verbraucher) — in der 
bekannten Form der Genossenschaften — einzuwenden, deren 
sich ja auch der Handel bedienen kann und bedient; nur sollte 
kein Typ dieser Genossenschaften mit öffentlichen Geldern (Sub- 
ventionen) unterstützt‘ werden, denn jede Genossenschaft muß ihre 
Lebensberechtigung aus sich selbst heraus erweisen. ; 
Es gibt nun Mittel genug, den Handel — Groß- und Einzelhande! —— 
arfolgreich zu rationalisieren. Beginnen wir mit der Beziehung der 
Standardisierung zum Einzelhandel. Wie die Beratungen ‘der 
Spitzenverbände des Einzelhandels in Deutschland (Oktober 1927) 
und zahlreiche Studien in deutschen und österreichischen Zeitungen 
dartun, dringt die Erkenntnis von der Notwendigkeit rationelleren 
Betriebes in immer weitere Kreise auch des Handels. Zwar: bhe- 
‘UÜrchten noch so manche Einzelhändler, daß bei verringerter : Zahl 
der Typen und Sorten der Absatz zurückgehen werde, weil die 
Kunden nun einmal sehr wählerisch seien und weil man sich eben 
dem raschen Wechsel der Mode, der Technik und der Konjunktur 
anzupassen habe. Diese mehrfachen X werden aber in ihrer Macht 
lenn doch sehr überschätzt; gewiß üben sie einen nicht unbe- 
ldeutenden Einfluß auf die Psyche des Marktes, aber sie sind durch- 
aus: auch ihrerseits beeinflußbar; eben weil sie aus Willen, Laune; 
Vorliebe usw. der Menschen hervorgehen, können sie mit dem 
Willen der Menschen und durch ihn auch geändert, gelenkt u. zw. 
auch in eine vernünftigere Entwicklungsbahn gelenkt werden. Gerade 
weil die Marge des Händlers zwischen Ein- und Verkaufspreis: ge- 
ringer wurde, gerade weil seine Betriebs- und Verkaufsspesen ver- 
schiedener Art stark stiegen (Steuern, Miete, soziale Abgaben, Zu- 
stellung ins Haus u. a.), gerade weil der Kaufmannsberuf in Deutsch- 
'ard, Österreich und anderen Ländern übersetzt ist (durch. den 
Zuzug abgebauter Offiziere und Beamten), also jedes Geschäft 
weniger absetzt als früher, muß der Handel trachten, seine ‘Be- 
riebskosten möglichst zu senken und den Absatz möglichst zu heben. 
Um dieses Ziel zu erreichen, darf der Kaufmann sich nicht der 
Standardisierung ‚seiner Waren widersetzen, muß vielmehr mit den 
Fabrikanten- und den Verbraucherorganisationen über die zweck- 
dienliche Verringerung der Zahl der Sorten sich einigen und 
ebenso für stets gleiche Qualität der Waren sorgen. Das 
wird auch den Käufern sehr bald als ihr Vorteil einleuchten und
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.