Sklaverei, Welthandel.
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Vergrößerung der Einzelbetriebe. Die Einführung der
Sklaven in die Industrie übte auf die Arbeiter und die Wirtschafts
ordnung in vielem eine ähnliche Wirkung aus wie bei uns die Ein
führung der Maschinen, so daß die Sklaverei dazu beitrug,
die antike Wirtschaft der unsern ähnlich zu machen. Die
Kräfteverteilung war noch wesentlich von jener in der folgenden Zeit
verschieden, Kleinasien und der Westen traten sehr hervor, Athen
stand noch nicht an der Spitze, wenn es auch bereits Handels- und
Industriestadt geworden war. Erst im 6. Jahrhundert beginnt es,
Vasen ins Schwarze Meer und nach andern Ländern in großen
Mengen zu exportieren. Auch Korinth war durch seine Tonwaren
berühmt, die teils zum täglichen Gebrauch, teils als Prunkstücke
dienten. Der Handel in Töpferwaren war überhaupt in jenen
Zeiten sehr verbreitet, und da die Produkte wenigstens zum Teil
noch erhalten sind, können wir vielfach mit Hilfe der Fabrikmarken
und anderer Kennzeichen die Wege des Handels verfolgen. Auf
erhaltenen Tonscherben finden wir Töpferöfen abgebildet, die znm
Brennen der verschiedenartigsten Objekte im großen dienten. Die
athenisch-korinthische Tonwarenindustrie machte erfolgreich den
andern Städten Konkurrenz. Milet vertrieb seine Erzeugnisse im
Gebiete des Schwarzen Meeres nicht minder als in Großgriechen
land und Sizilien. Auch Kyrene hatte eine originelle Tonwaren
industrie, die sich besonders durch die starke Verwendung ägypti
scher Anregungen auszeichnete, auch wurden die asiatischen Ein
flüsse hier vielleicht noch bemerkbarer als an den korinthischen
Waren. Von den genannten Städten war Korinth als Handels
stadt unstreitig die bedeutendste. Am „Kreuzweg von Hellas" ge
legen, vermittelte es einen großen Teil des Handels zwischen
Süden und Norden, zwischen Osten und Westen (Dio v. Prusa,
Reden VIII, 5). Als gewaltige Seemacht war es vorbildlich in
der Schiffsbaukunst. Frühzeitig begann diese Stadt unter der Lei
tung eines energischen Herrschergeschlechtes ihre Kolonien dem
Mutterlande anzugliedern (Thucydides I, 13). Milet war durch
seine Textilindustrie ebenfalls berühmt, seine Schafherden lieferten
die Wolle, die Purpurschnecken des Ägäischen Meeres den Farb
stoff, und so machten die Milesier bereits frühzeitig den Phönikern
Konkurrenz. Industrielle Zentren befanden sich in den westlichen
Kolonien, im Mutterlande und in Kleinasien, während der Export
von Lebensmitteln vor allem dem Schwarzen Meer, Sizilien und,
wie es scheint, Thessalien zufiel, das allein unter den griechischen
ANuG 258: Neurath, antike Wirtschaftsgeschichte. 4