Prostitution.
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zwei, drei, fünf viel? Dazu kommt noch ein drittes zu untersuchendes
Merkmal. Bloch hat die Prostitution definiert als
einen Akt, bei welchem eine Frau jedem Manne ohne Unterschied
sich überläßt und für eine zu leistende Zahlung den
Gebrauch ihres Körpers gestattet, der Definition aber wohlweislich
hinzugefügt, daß damit die völlige Gleichgültigkeit
gegen die Person des die Hingabe begehrenden Mannes verbunden
sein müsse. Die Prostitution würde also demnach
neben dem akzentuierten Hervortreten des merkantilen Charakters
und dem häufigen Personenwechsel auch den gänzlichen
Mangel an sittlichen und individuellen Beziehungen bei der geschlechtlichen
Verbindung in sich schließen?251, Jedoch jst
auch an dieser in ihren Fundamenten richtigen Auffassung
noch eine Korrektur anzubringen. Einigen Schulen zufolge
stellt die Prostitution sogar eine latente Form des Verbrechens
dar. Lombroso hat seine These, daß die Frauen eine
ebenso große Tendenz zum Verbrechen besitzen wie die Männer,
dadurch zu beweisen versucht, daß er den Satz aufstellte, daß,
wenn die Kriminalstatistik eine weit höhere Anzahl Männer
als Frauen ergebe, das nur davon herrühre, daß. in ihren
Ziffern die Prostitution nicht enthalten sei; denn wenn die
Prostitutionsstatistik mitberücksichtigt werden würde, so
würde sich ohne weiteres ein Ausgleich zwischen männlicher
und weiblicher Kriminalität ergeben 252, Indes auch zugegeben,
daß die fast unterschiedslose Vollziehung des Beischlafes mit
einer großen Reihe von Männern hintereinander zur Paralysierung
und Verkümmerung einiger der zentralen Gemütsregungen
führen muß — wobei freilich zu berücksichtigen
A
251 Iwan Bloch, Das Sexualleben unserer Zeit, 1. Aufl., S, 358.
252 Cesare Lombroso et Guglielmo Ferrero, La femme criminelle
et la Prostituge, p. 520 ss. Immerhin gibt Lombroso zu, daß die
Prostituierte vor der geborenen Verbrecherin einige moralische Vorzüge
aufweise, wie vor allem die Fähigkeit zu hingebender Liebe {p. 561).