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Dritter Teil.
Auf :die durch die Entwicklung .des. Maschinenwesens in
der jungen Arbeiterschaft eintretende ‘schwere sittliche Verjotterung:
haben. alle Frühsozialisten, und unter ihnen kein geringerer
als Karl Marx, mit: auf Beweismaterial gegründeter
Energie hingewiesen ?%7.. In vielen. Einzeluntersuchungen politisch
neutraler Bearbeiter des Fabrikproblems” wurden diese
Wahrnehmungen bestätigt und neu erhellt. Am Rhein erzeugte
die junge Industrie einen bösen geschlechtlichen
Schlendrian?68, Auch in Böhmen ?%9 und in Italien 27° wurden
die Klagen über den sittenverderbenden und familienzersetzenden
Einfluß der Frauenarbeit in der Industrie laut. Dabei war
es nicht nur immer der schlechte Lohn an sich, sondern mehr
die .mit der neuen Arbeitsart zusammenhängende gesamte Veränderung
der Umgebung, welche die Sittlichkeitsbegriffe
schwächte. In Rouen waren geraume Zeit gerade die bestbezahlten
Arbeiter die unsittlichsten ?71.
Die hohe uneheliche Geburtenziffer sowie das Herabfallen
in die eigentliche Prostitution charakterisiert, wenigstens als
Massenerscheinung, das weibliche Proletariat jedoch nur in der
Kindheitsperiode des Industriesystems. In späteren Perioden
nehmen beide Tendenzen sichtbar ab. Die Ursachen für die Abnahme
liegen allerdings sehr komplex. Optimisten sprechen von
einer, mit langer Gewöhnung eintretenden, größeren sexuellen
267 Karl Marx, Das Kapital, Kritik der politischen Ökonomie. I, 2. Aufl.,
Hamburg 1878, Meißner, S, 486/97. .
; 268 Alphons Thun, Die Industrie am Niederrhein und ihre Arbeiter,
Leipzig 1879, Duncker. Bd. ı: Die linksrheinische Tex#ndustrie. S. 108,
ı5a,
29 Wenzel Holek, Lebensgang eines deutsch-tschechischen Handarbeiters,
Jena 1909, Diederichs, S. 44.
270 Alessandro Garelli, I salari e la classe operaia in Italia, Torino
1874, Penato, p. 110 88. ;
271 So, auf Zeugnisse von Villerm6 und anderen gestützt, Joseph
de Görando, Des Progrös de l'Industrie consid6res dans leurs rapports
avec la moralit6 de la classe ouvriöre, Paris 1841, Renouard, p. 19, 39.