Full text: Sittlichkeit in Ziffern?

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Dritter Teil. 
Von der Prostitution ist der Schritt zu den Geschlechtskrank- 
heiten nicht weit28%, Deren Vorhandensein ist auch in Ehen in 
weitem Umfange feststellbar. Dennoch dürfte die Genesis der 
ehelichen Geschlechtskrankheiten doch im unehelichen Ge- 
schlechtsverkehr liegen. Auf der anderen Seite ist nicht zu ver- 
kennen, daß von der weiten Ausdehnung der Prostitution noch 
to charge more for sexual relationship than clean women. Such was the 
state of mental distraction into which some men were driven by the ordeal 
of battle that they actually paid diseased comrades to infect them for 
the purpose of securing a temporary release from the firing line.‘ Ent- 
spricht dieser Bericht der Wahrheit, wäre freilich die im Text aufgestellte 
Behauptung nicht vollinhaltlich aufrecht zu erhalten. Aber es ist doch un- 
wahrscheinlich, daß solche Anomalien, wie die höhere Bezahlung der in- 
fizierten Prostituierten zum Zwecke einer vom zu Infizierenden gewünschten 
Infektion einen größeren Umfang angenommen hätten. 
286 „Man hat daher die Geschlechtskrankheiten durch eine gesundheit- 
liche Überwachung, die sogenannte Reglementierung oder Kontrolle der 
Prostitution zu bekämpfen gesucht. Das gelingt aber nur in sehr geringem 
Maße, weil’ 
1. die gesundheitliche Überwachung nur ein Anhängsel der sogenannten 
sittenpolizeilichen Überwachung ist, welche durch ihre Strenge die Ver- 
breitung der geheimen, nicht überwachten Prostitution erst recht begünstigt. 
2. Weil die Überwachung nur einen Teil der Prostituierten trifft, die in 
gesundheitlicher Beziehung besonders gefährlichen Anfängerinnen der Pro- 
stitution und die gelegentlichen Prostituierten aber nicht treffen kann. 
3. Weil die Kontrolle auch bei den Überwachten nur einen Teil der Er- 
krankungen aufdeckt. (Und dabei ist die Zahl der nachweisbaren Fälle 
schon außerordentlich groß: An Syphilis findet man jährlich 30, an Tripper 
bis zu z00 % der Prostituierten erkrankt. In Wirklichkeit ist der Prozent- 
satz der Erkrankungen noch größer; viele Prostituierte erkranken jährlich 
mehrfach an Tripper oder sind beständig tripperkrank!) 
4. Weil die Kontrolle von den Behandelten nur einen Teil zur Genesung 
bringt, die meisten ungeheilt oder doch mit der Neigung zu häufigen Rück- 
Fällen entlassen muß. 
Es. besteht daher bei allen Prostituierten, bei den offiziellen trotz der Kon- 
trolle ebenso wie bei den geheimen, aber auch bei allen den Mädchen, welche 
mit mehreren Männern verkehren, stets eine außerordentlich hohe Ar- 
steckungsgefahr.‘“ (A, Blaschko, Die Geschlechtskrankheiten, ihre Ge* 
fahren, Verhütung und Bekämpfung, Berlin 1900, Verl. der Zentral-Kom- 
mission der Krankenkassen, S. 10/11.)
	        
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