Object: Sittlichkeit in Ziffern?

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Vierter Teil, 
erkannten Familienvätern zuspricht 80%. Auf dem Montmartre in 
Paris, an den Abhängen des Berges, auf dem die Kirche des 
Sacre Ceeur prangt, wurde eine mit dem Bildnis eines Mäd- 
chens geschmückte Säule errichtet, an welcher eine Öffnung 
angebracht war, in welche der Spaziergänger den filles meres 
seinen Obolus spendete. Dieses Denkmal weitherziger Gesinnung 
wurde zwar zu Beginn des Weltkrieges von Nationalisten 
nächtens als Denkmal unsittlicher, sozialistischer Denkungs- 
weise zerstört. Die Zerstörung des Symbols änderte aber nichts 
an der ganz allgemein kinderfreundlichen Haltung des franzö- 
sischen Kriegsstaates. 
Bemerkenswert ist noch die Unzucht vieler Kriegerfrauen, 
deren Mann im Felde stand, und die nunmehr, „an den Ge- 
schlechtsverkehr gewöhnt‘ oder durch schlechten Erwerb und 
ökonomische Notlage leichter geneigt waren, der Verführung der 
riesigen Männeransammlungen zu unterliegen®l. In England 
wurde bemerkt, daß die syphilitischen Ansteckungen der Sol- 
daten im Felde nicht alle von Prostituierten herrührten. son- 
dern zum Teil aus dem Urlaub von ihren eigenen Ehefrauen 
übertragen worden waren #la, In Deutschland stellte J.C. Brunner 
die Tatsache der Beteiligung von Kriegerfrauen an der ge- 
meinen Ausübung gewerbsmäßiger Unzucht für die sämtlichen 
von ihm angeführten Stichprobe-Orte (Bremen, Halle a. d. 5., 
Augsburg, München, Stuttgart) fest®2. Die Zahl der bereits 
erwähnten ehelichen Kinder unehelicher Herkunft8? wird mit- 
80 Charles-Brun, S. 168. 
81 Neisser, S. 18. — Über die sexuelle Kriegspsychose der deulschen 
Frauen während des Weltkrieges vgl. die wirkungsvollen Schilderungen in 
dem Roman von Clara Viebig, Töchter der Hekuba, Berlin’ 1917, 
Fleischel & Co., 347 8. 
8la Burke, S. 311. 
3 Julius C. Brunner, in der Illustrierten Sittengeschichte, Krieg und 
Geschlechtsleben (Frankfurt 1922, Delius), zitiert bei Alfons Schoene, 
Krieg und Sexualität, Berlin 1925, Der Syndikalist, S. 11. 
83 Vgl. S. 41.
	        
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