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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
108. AUSKLANG
Im Auftakt teile ich die Summen mit, die jenseits des großen
Teiches, der Atlantischer Ozean heißt, für Reklame aufgewendet
werden. Im Finale muß ich den Leser bitten, mich freundlichst
noch einmal nach New York zu begleiten. Nur im Gedanken-
flugzeug. Es ist also ungefährlich und kostet nichts. Aber diese
nochmalige Gedankenreise nach Amerika ist für die Zustände
bezeichnend, die der Weltkrieg in Europa geschaffen hat. Der
reiche Vetter in Amerika, in der neuen Welt, ist Trumpf, denn
er hat das Geld der alten Welt schmunzelnd in seine Tasche
gesteckt. Nun sind aller Augen auf den milliardenschweren
Uncle Sam gerichtet und viele Gehirne beschäftigen sich mit der
ernsten und wichtigen Frage: Wie holen wir das gleißende
Gold wieder aus den amerikanischen Taschen heraus?
Bei dieser lohnenden und für alle Völker Europas auch
ungeheuer wichtigen Aufgabe fällt der Hotelindustrie, dem
Fremdenverkehr ein vollgerüttelt Maß von Arbeit zu. Auch sie
müssen sich mit neuzeitlichen Tiefbohrern ausrüsten und nach
dem amerikanischen Golde schürfen, das eigentlich gar nicht
amerikanisches, sondern zu einem großen Teil europäisches ist.
Kurz sei auf die, leider noch immer viel zu wenig erkannte
und bekannte Tatsache hingewiesen, daß der internationale
Fremdenverkehr dieselbe Wichtigkeit und Bedeutung hat, wie
der Export. Internationaler Fremdenverkehr ist allerdings
„Import“; aber er ist Import fremder Valuten beziehungsweise
fremden Geldes. Der ausländische Vergnügungsreisende expor-
tiert aber auch wieder! Alles, was er bei seiner Anwesenheit
kauft, um es mit heimzubringen, ist Export. Er läßt dafür das
Geld seines Landes zurück. Aus diesen wenigen Worten kann
man die ungeheuere Wichtigkeit des internationalen Fremden-
verkehrs erkennen.