RUSSLAND. — Militär (Landmacht).
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nöthigenfalls aber auch Miütärpflichtigkeit) statt. (Finland hat an geworbenen
— Truppen — 1 Schützenbataill. v. 1425, und ausserdem
aus der Miliz — indelta, nach schwedischer Art — 9 Schützenbataill.
von 2720 M.) — Czaar Alexander II. verkündete bei seiner
Krönung, dass 1856 und in den drei nächstfolgenden Jahren keine Aushebung
stattfinden solle. Eine solche wurde aber viel länger nicht mehr
vorgenommen, theils aus Ersparungsrück sichten, theils weil man Schwierigkeiten
befürchtete, nachdem die Bevölkerung des Tragens der schweren
Conscriptionslast entwöhnt war, und die Bauern überdies in dem
Glauben lebten, die ihnen zugesagte Emancipation schliesse wesentlich
auch Befreiung von der Conscription in sich. Das Zusammenschmelzen
der Armee nöthigte endlich zu neuen Aushebungen, und der Aufstand
in Polen, der die Integrität des Reiches gefährdete und damit das russ.
Nationalgefühl verletzte, war geeignet, die Durchführung zu erleichtern.
Ein unterm 20. Sept. 1S62 verkündetes Manifest befahl die Aushebung
von 5 Mann auf 1000. Hieran reihte sich ein Ukas v. 9. Juli 1863, der
die Aushebung von je 10, und ein Ukas vom 5. Oct. 1864, der weiter
die von 5 Mann sowol in den östl. als den westl. Gouvernements anordnete.
Stärke des Heeres. So gewaltig die Mittel Russlands zur Herstellung
ungeheurer Heere scheinen, so waren die vorhandenen Truppenmassen
doch nie so gross in Wirklichkeit wie auf dem Papiere. Da
man nun nach dem Krimkriege massenhafte Entlassungen vornahm, den
meisten Entlassenen keine Verpflichtung für die Reserve auferlegte*),
und 7 Jahre lang jede neue Aushebung vermied, so musste die Militärzahl
bedeutend zusammenschmelzen. Allerdings lieferten die beiden
oben erwähnten Aushebungen eine grosse Recrutenzahl, — auf dem Papiere
wol 350 — 400,000 Mann. Rechnet man aber die gewöhnlichen
Abgänge im Heere ab, dann die Zahl der unbrauchbaren Re cru ten, endlich
die Opfer des Kampfes gegen die Polen, so dürfte die wirkl. Stärke
nicht viel grösser sein als vor einigen Jahren. Die Menge der Corps erscheint
nicht vermindert, wol aber deren Mannschaft. Da uns genaue
neuere Angaben über Organisation und Stärke der einzelnen Corps fehlen
, so lassen wir zunächst eine Aufstellung folgen, wie sie sich nach
den Normirungen vor dem Krimkriege ergab. Die grosse, die Acti voder
die Operationsarmee, umfasste:
Infanterie: Regim. Bataill. **) Mann
Garde 12 37 45,608
Grenadiercorps ... 12 37 41,970
6 Infanteriecorps ... 72 294 330,588
Zusammen 96 368 418,166
Cavallerie: Regim. Schwad. Mann
Garde' 12 60 16,612
Grenadiercorps ... 4 32 6,528
Bei den 6 Infanteriecorps 24 192 39,168
Reservecorps .... 24 176 36,952
Zusammen 64 460 99,260
*) Nominell wurden zwei Reserven gebildet, die eine auf dem Papiere
264,000 M. stark, zur laufenden Coi^letirung, die andere, 232,000, für den
Fall eines Krieges. **) Einschliesslich der Reservebataillone.