Full text: Reparations-Sabotage durch die Weltwirtschaft

Die Reparationssummen als Kapitalbildung zu Gunsten Deutschlands. 59 
geschieht, verhindert im allgemeinen das privatwirtschaftliche Prinzip, denn die 
ausländische Konkurrenz muß erstens die deutschen Betriebe zum vollen Wert 
bezahlen, wenn sie sie z, B. stillegen und nur zum Abbruchwert verwerten will, 
was nie eine ganz „einfache‘“ Kalkulation ist, und sie muß sich zweitens das er 
forderliche Kapital unter Darlegung seiner künftigen Rentabilität verschaffen, was 
sie immer, auch ohne Reparationszahlungen gekonnt hätte, sofern eben Rentabilität 
nachzuweisen ist, Diese Gefahr ist mithin nicht unbedingt reparationskausal. Im 
übrigen. sind die hier denkbaren Verhältnisse so unendlich vielgestaltig und ver- 
schieden. — teils günstig, teils ungünstig für uns —, daß die Frage im vorliegenden 
Rahmen nicht systematisch erledigt werden kann. Nur auf die Notwendigkeit einer 
gründlichen Prüfung der Frage und der Erstellung von gesetzlichen oder anderen 
Schutzmaßnahmen, die daraus erforderlich erscheinen könnten, darf hingewiesen 
werden 1), 
1) Siehe hierzu meine früheren Vorschläge, Mahlberg, Wirtschaftsrelativität, Zeit- 
schrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis, 1920 Heft 6, 8, 9, Seite 195ff.: „Hier 
müßte Volkswirtschaftspolitik größten Stils getrieben werden, zumal der Friedensvertrag Siche- 
rungen für die Interessen der Entente errichtet hat, Welche Inlandswerte kommen zuerst an 
die Reihe? Wo stört Internationalität des Besitzes am wenigsten, welche Verluste würden 
unsere Kultur am meisten schädigen, sollen Betriebe mit personalstarkem oder personal- 
schwachem Charakter geschützt werden? Soll städtischer oder ländlicher Grundbesitz ge- 
schützt werden, sollen die Ausländer beliebig, ev. ganze zusammenhängende Landstriche auf- 
kaufen dürfen, oder sollen schachbrettartig hierfür Grundstücke freigegeben werden?‘
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.