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Eine besondere Form der Kleinsiedlung ist die Gartensiedlung.
Je enger der Raum für das deutsche Volk wird, um so mehr ist es
seine Aufgabe, intensivste Bodenkulturen zu schaffen.
Die Entwicklung der holländischen Gartenkulturen
gibt ein Beispiel für die größtmögliche Ausnutzung
des vorhandenen Bodens.
Intensivste Gartenkulturen bedeuten eine Mehrung deutschen
Wohlstandes. Sie verdrängen nur verhältnismäßig kleine Flächen
der Großlandwirtschaft. Eine solche Form der Kolonisation ist in der
Lage, noch zahlreiche Lebensmöglichkeiten zu verschaffen.
An Stelle der Siedlung der Einzelnen tritt die
Siedlungsbewegung.
Es liegt im Interesse des gesamten Werkes, die Wanderung von
Gemeinschaften zu unterstützen. Die einzelne Familie verläßt nicht
gern die Heimat, um einem unbekannten Schicksal entgegenzugehen.
Wenn sich viele Familien verbinden können, um in den neugeschaffenen
Siedlungen eine neue Heimat zu suchen, so wird der Anreiz gestärkt.
Diese Form der Siedlung trägt im Gegensatz zu den bisherigen
Formen den Charakter der Siedlungsbewegung.
Seit Jahrhunderten lebt im deutschen Volke der Zug nach dem
Osten. Die übervölkerten Westgebiete gaben ihren Bevölkerungsüber—
schuß an die dünner bevölkerten Ostgebiete ab. Diese Bevölkerungs—
bewegung hat sich in der letzten Zeit geändert, indem eine Ab—
wanderung vom Osten nach dem Westen zu verzeichnen war. Der
Grund für diese ungesunde Entwicklung lag in der Unmöglichkeit,
unter modernen Wirtschaftsverhältnissen im Osten zu siedeln. Die
Aufgabe der Volksdienstpflicht ist es, diese Möglichkeiten wiederher—
zustellen. Darum liegt ihre gegenwärtige Aufgabe in der groß—
zügigsten Kolonisation genannter Natur.
Die Fortsetzung der West—Ost-Bewegung der deut—
schen Bevölkerung muß zunächst innerhalb des Reiches
erfolgen.
Darum ist die intensivste Erschließung der Räume des Osteus
unumgänglich notwendig. Aber auch diese Lösung kann nur eine
vorübergehende sein. Es ist eine Lebensfrage des wachsenden deutschen
Volkstum, die Tore zu sprengen, die ihm seinen naturgegebenen Weg
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