Full text: Das Jungdeutsche Manifest

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der Lage, das Gesamtinteresse zu sichern. Es war anderen Organi⸗ 
jationen, der plutokratischen Führung des Selbstschutzes, gelungen, 
eigene Beauftragte in die Führung des Ordens zu lancieren. Diefe 
versuchten die Geschlossenheit der Führerschaft zu sprengen. Der Ver— 
such mißglückte, aber die Führung des Ordens entschloß sich, die 
Organisationsformen zu ändern, um die Führerschaft gegen das 
Eindringen von Fremdkörpern zu sichern. 
Zur Erstehung und Fortentwicklung der Führerschaft 
vurde das Kursystem eingeführt. Die Zentralisation 
der Kräfte wurde durch Dezentralisation gesichert. 
Weitere Erfahrungen im Kampfe des Jungdeutschen Ordens wur— 
den verwertet, und allmählich bildete sich ein organisatorischer Auf⸗ 
bau heraus, der dem jungdeutschen Kämpfer zum Sinnbild einer 
gesunden Organisation nationaler Kräfte und zur Vorschule auf seinem 
geistigen Wege zum Volksstaat wurde. 
Die Bruderschaften wurden zu Balleien zusammengefaßt. Der 
Führer der Bruderschaft führte den Titel Großmeister. Gefolgmeister 
und Scharmeister unterstützten ihn als Unterführer. Mehrere Bruder— 
schaften wurden zu einer Ballei gegliedert. An der Spitze der Ballei 
stand der Komtur. Später wurden mehrere Balleien zu Großballeien 
unter der Führung der Großkomture zusammengefaßt. Die Groß— 
balleien entwickelten sich immer mehr zur Gliederung der Stammes⸗ 
gebiete. In der Erstehung der Führerschaft wurde der Grundsatz der 
Nur angewendet. Das Gesamtinteresse des Ordens vertrat der vor— 
zesetzte Meister mit dem Recht der Bestätigung. Die Mitarbeit der 
einzelnen Ordensbrüder wurde durch die Wahl gewährleistet. Dieses 
System der Kur erschien den jungdeutschen Ordensbrüdern bald als 
zesündeste Lösung der Führerfrage. Es führte zur allgemeinen Be— 
friedigung und wurde zum Ausgangspunkt der neuen Begriffe über 
Führer und Gefolgschaft oder Staat und Volk. 
Die regelmäßige Verteilung der Mitverantwortung, 
die im Kursystem liegende Verflechtung aller den Ge— 
sfamtorganismus tragenden Kräfte schufen eine Führer— 
schaft, welche den beispiellosen Kämpfen, welche der 
Jungdeutsche Orden bestehen sollte, gewachsen war. 
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