Kräfte innerhalb der Parteien sich an der neuen Frontb ildung be—
teiligen.
Es ist ferner möglich, daß einsichtsvolle Parteien
oder Parteigruppen oder gar Regierungen, den For⸗
derungen der Evolution nachgebend, die Reform des
Staates auf parlamentarischem Wege mit unterstützen.
Es ist ferner möglich, daß die großen ständischen Organisations-
und Wirtschaftsverbände in der Erkenntnis der Gefahren, die dem
deutschen Staate drohen, sich mit der evolutionären Bewegung ver—
binden. Hierfür kommen insbesondere diejenigen wirtschaftlichen Or⸗
ganisationen in Frage, deren Anhängerschaft selbst durch die Pluto—
kratisierung gefährdet wird.
Alle diese Möglichkeiten rücken aber nur dann in die Nähe,
wenn die evolutionären Kräfte Beweise ihrer ideellen Macht und
ihres erfolgversprechenden Druckes gebracht haben.
Die Bewegung für den Volksstaat, in deren Mitte
der Jungdeutsche Orden steht, muß daher mit unerbitt—
licher Folgerichtigkeit das System des Parteiismus be—
kämpfen.
Alle lebendigen Kräfte der Bewegung müssen dafür eingesetzt
werden, das Volk von dem wahren Charakter dieses Systems zu über—
zeugen und von seiner Herrschaft zu lösen. Kampfmittel, welche der
Bewegung hierzu zur Verfügung stehen, bestehen in der Beseitigung
des politischen Einflusses der Personen, Gruppen und Parteien, die
als Schrittmacher der Plutokratie erkannt sind. Die disziplinierte
Organisation des Jungdeutschen Ordens ist in der Lage, die partei—
istijsche Propagandamöglichkeit dieser Gruppen durch Gegenmaßnahmen
einzuschränken. Der Jungdeutsche Orden setzt also auch in diesem
Kampfe die Macht der Gemeinschaft gegen die Macht des Geldes.
Das größte Kampfmittel gegen den Parteiismus an sich ist die Or—
ganisation seiner Gegner durch die Propagierung der Wahlenthaltung.
Wahlenthaltung bedeutet Generalstreik der Nation
gegen plutokratische Vergewaltigung ihrer staatsbür—
gerlichen Rechte.
Wenn die Wahlenthaltung von mehr als der Hälfte der Wähler—
schaft ausgeübt wird, so ist dem gegenwärtigen Zustand der partei—
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