Ein Mittel zur Kontrolle der so errechneten Produktionsziffern bietet die amtliche Außen-
handelsstatistik. Der durch die VDMA-Erhebungen festgestellte Auslandsabsatz müßte,
wenigstens für größere Zeitabschnitte, mit den amtlichen Maschinenausfuhrziffern annähern(
übereinstimmen. Tatsächlich sind die Ziffern des VDMA um einige Prozent höher als die
letzteren Ziffern, was sich einmal dadurch erklärt, daß bei den Meldungen an den VDMA
keine Rücksicht auf ausländische Zollsätze erforderlich ist, die bei der amtlichen Ausfuhr-
anmeldung manche Zubehör- oder Teilsendungen nicht als Maschinen-, sondern als Eisenteile
u. ä. erscheinen lassen wird, insbesondere aber dadurch, daß sich an den Erhebungen in erster
Linie größere, relativ stärker exportierende Firmen beteiligen, so daß die sich aus den Mei-
dungen ergebende Exportquote für die gesamte Industrie etwas zu hoch sein dürfte*).
b) Ergebnisse.
Für das Jahr 1913 stellte die Statistik des VDMA aus den Versandziffern (Werten)
einen Auslandsanteil von 30,9 % fest. Für die gesamte Maschinenindustrie kann man mit
einer etwas geringeren Exportquote (etwa 26 bis 27 %) rechnen, so daß sich bei einer Aus-
fuhr von 738,4 Millionen Mark®) die deutsche Gesamtmaschinenproduktion des Jahres 1913 auf
etwa 2800 Millionen Mark stellte.
Für die Inflationsjahre 1920—1923 wird die Ermittlung von Gesamtproduktionsziffern
durch die Schwankungen und den Absturz des Markwertes unmöglich gemacht, zumal auch
das deutsche Statistische Reichsamt von der Veröffentlichung von Wertziffern des Außen-
handels während dieser Zeit hatte absehen müssen. Erst für 1924 und 1925 liegen wieder
brauchbare Wertziffern vor.
Für die Jahre .1913, 1924, 1925 und das erste Halbjahr 1926 ergaben sich folgende Pro-
duktionswerte:
EN
Inlandsabsatz | Auslandsabsatz | Insgesamt__
/ v.H. v.H. | vH.
1913 2 050 © 750 27 2800 | 100
1924 1630 I 570 26 2.200 100
1925 2120 e 780 | 27 2900 100
1. Halbjahr A 780 | 65 420 | 35 1.200 ı 100
4) Im Gesamtproduktionsvolumen würde sich‘ jedoch durch eine Herabsetzung der Exportquote nichts
ändern, da demgegenüber der Inlandsabsatz entsprechend höher zu bewerten ist.
5) Vgl. Tabelle 2a und 2b unter Punkt 9 des Anhangs.
4. Frankreich.
Amtliche oder private Erhebungen über den Produktionsumfang der französischen
Maschinenindustrie stehen nicht zur Verfügung. Nur für die Vorkriegszeit kann man auf
Grund amtlicher Schätzungen!) den Wert der Gesamterzeugung an Maschinen annähernd
ermitteln:
Frankreichs Maschinenproduktion 1913‘) (in Millionen Fres.).
Kraftmaschinen?) 75
Werkzeugmaschinen . = . 2 U 15
Landwirtschaftliche Maschinen . . . - ; a 120
Maschinen u. Apparate f. Nahrungs- u. Genußmittelindustrie .. 44
Textilmaschinen“ N 20
Verschied. Maschinen (Druckerei-, Näh-, Schreibmaschinen usw.) 23
Lokomotiven‘) . NE Ne 40
Zusammen: | 337 Mill. Fres.
2m 4) Nach: „Rapport general sur Vindustrie francaise“, Paris 1919, S. 304 ff. und S. 454;
2?) Ohne Dampfkessel, deren Produktion mit 25 Mill. Fres. angegeben wurde. .
3) Die Produktion an Lokomotiven ist mit 650—700 Stück angegeben. Der Wert dieser Lokomotiven
kann mit etwa 40 Mill. Fres. angenommen werden.
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