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kastengebunden bleiben, ihren Schwerpunkt in der Kaste und deren
Bindung an die Dynastie und nicht im Volke erblicken. Sie bleiben
dem Volke fremd. Die Vermittlungstätigkeit oder der Gedanken⸗
austausch vom Führer zum Volk bleibt zum mindesten überwiegend
einseitig. Der Gedankenaustausch vom Volk zum Führer leidet auf
Grund der Fremdheit der Vermittler im Volke selbst. Diese Methode
in der Wahl der Mittelspersonen führte zum Sturz der hohenzollern⸗
schen Dynastie.
Wenn die Mittelspersonen von der Regierung zum Volk oder von
der Führung zur Gefolgschaft und umgekehrt sich aus eigenem An⸗
trieb diese Rollen verschaffen, so sprechen wir von einer Cliquen—
bildung. Die Bindungen, welche die einzelnen Glieder einer Clique
zusammenschließen, können in persönlicher Freundschaft, Verwandt⸗
schaft und gemeinsamen materiellen Interessen bestehen. Das parla—
mentarische Leben der modernen Republiken leidet außerordentlich
ttark unter dieser Cliquenbildung. Auch diese Methode muß durchaus
als unorganisch verworfen werden. Die Auswahl der Mittelspersonen
erfolgt nicht aus dem Grundsatz der Eignung derselben für ihre
große Aufgabe heraus, sondern aus Gründen der Machterweiterung
der Clique.
Die Mittelspersonen, welche dem System von Kaste
und Clique entstammen, bleiben dem Volke gleich fremd.
Beide Systeme gewährleisten nicht die Auswahl nach
bester Befähigung, weil der Ursprung ihrer Auswahl
nicht in dem Suchen nach bester Leistung, sondern
nach dem besten Nutzen für Kaste und Clique begründet
liegt.
Ständische Struktur
Eine besondere Methode in der Auswahl der Mittelspersonen
zwischen Regierung und Volk liegt in der ständischen Struktur. Man
kann diese Methode nicht unorganisch nennen, insbesondere, da die
Auswahl der Vertreter der einzelnen Stände und Berufe meistens
durch Vereinbarung zwischen Regierung einerseits, Stand und Beruf
andererseits, vollzogen wird. Diese Methode hat jedoch den Nachteil.
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