Full text: Das Jungdeutsche Manifest

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Bittliche Erhebung im Jeichen der Gemeinschaft 
Jedes Ereignis, welches die Herzen der Millionen ergreift und 
höher schlagen läßt, bringt den Völkern den Geist einer neuen Zeit. 
Erstarrte Anschauungen geraten in Bewegung. Gewordene Formen 
bersten und brechen. Die Flut neuer Empfindungen zerbricht die 
Schranken einer, wenn auch ehrwürdigen, aber doch in Formen er— 
starrten Vergangenheit. Aus der Erregung der Geister quellen neue 
Triebe und Kräfte hervor, neue Kämpfer erscheinen auf dem Plan als 
Qünder der Erkenntnis einer neuen Zeit. Mit elementarer Gewalt 
wird das Greisenhafte zur Seite geschoben, an seine Stelle tritt die 
Verjüngung. Auch die Frontbewegung von 1914 gebar diesen Willen 
zu sittlicher Erhebung. Eine neue Welt erstand dem kämpfenden Ge⸗ 
schlecht. An den Lagerfeuern im Felde erscholl ein Raunen von neuen 
Idealen und neuen Hoffnungen. Die Revolution des 20. Jahrhunderts 
wurde eingeläutet. Geistige Erhebung war der Sinn der Bewegung, 
welche sich an die großen Ereignisse anschloß. Wohl war es noch kein 
gestaltender Wille, aber der Keim zu dem, was heute immer klarer 
als Hochziel erkannt wird, war gelegt worden. Diese sittliche Tat von 
1914 ist heute strittig geworden. Der Obrigkeitsstaat hat es nicht ver— 
standen, diese sittliche Erhebung zu pflegen und fortzusetzen. Eine neue 
materialistische Welle überflutete alles. Aber eine Erkenntnis ist doch 
geblieben, daß der Wille, den die sittliche Tat von 1914 geboren hat, 
entschlossen ist, alles Fremde, Formenerstarrte und Greisenhafte über 
Bord zu werfen und für eine junge, freie und gerechte Zukunft zu 
kämpfen. 
Masse verdirbt, Gemeinschaft erhebt. 
In der Masse keimen die bösen Triebe der Selbstsucht. Im Dunkel 
ihrer Gesetzlosigkeit und Anonhmität unbewacht, und jeder Verantwor⸗ 
tung bar, strebt der Ichling skrupellos nach seinem Gewinn. In der 
Gemeinschaft aber sind alle Augen auf jeden Handelnden gerichtet 
Die Gemeinschaft prüft und prüft vom Standpunkt des Gemeinwohles. 
Die Masse lobt den lautesten Schreier, sie lobt den Mimen, der sie 
mitzureißen versteht. Die Gemeinschaft lobt nur den, von dessen 
Selbstlosigkeit sie überzeugt ist. Die Masse urteilt nach dem einen Akt, 
den der Mime vor ihr aufführt. Die Gemeinschaft beurteilt jeden Mit— 
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