Full text: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Erster Abschnitt. 
men, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder 
Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen 
Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Pro- 
dukt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit 
oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen 
Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter 
der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die 
verschiedenen konkreten, bestimmten Formen dieser Arbeiten, sie 
unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf 
zleiche menschliche Arbeit, abstrakt, schlechthin menschliche Arbeit. 
Betrachten wir nun den Rest der Arbeitsprodukte. Es ist nichts 
von ihnen übrig geblieben als dieselbe gespenstige Gegenständlich- 
keit, eine bloße Gallerte unterschiedsloser menschlicher Arbeit, das 
heißt der Verausgabung menschlicher Arbeitskraft ohne Rücksicht 
auf die Form ihrer Verausgabung. Diese Dinge stellen nur noch dar, 
daß in ihrer Produktion menschliche Arbeitskraft verausgabt, mensch- 
liche Arbeit aufgehäuft ist, Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaft- 
lichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte — Warenwerte. 
Im Austauschverhältnis der Waren selbst erscheint uns ihr 
Tauschwert als etwas von ihren Gebrauchswerten durchaus Unab- 
hängiges. ‚ Abstrahiert man nun wirklich vom Gebrauchswert der 
Arbeitsprodukte, so erhält man den Wert, wie er eben bestimmt 
ward. Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis oder 
Tauschwert der Ware darstellt, ist also ihr Wert. Der Fortgang der 
Untersuchung wird uns zurückführen zum Tauschwert als der not- 
wendigen Ausdrucksweise oder Erscheinungsform des Warenwertes, 
der zunächst jedoch unabhängig von dieser Form zu betrachten ist. 
Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil 
abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materia- 
lisiert ist. Wie nun die Größe seines Wertes messen? Durch das 
Quantum der in ihm enthaltenen „wertbildenden Substanz“, der 
Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeit- 
dauer und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimm- 
ten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw. 
Es könnte scheinen, daß, wenn der Wert einer Ware durch das 
während ihrer Produktion verausgabte Arbeitsquantum bestimmt 
ist, je fauler oder ungeschickter ein Mann, desto wertvoller seine 
Ware, weil er desto mehr Zeit zu ihrer Verfertigung braucht. Die 
Arbeit jedoch, welche die Substanz der Werte bildet, ist gleiche 
menschliche Arbeit, Verausgabung derselben menschlichen Arbeits- 
kraft. Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in der 
Gesamtheit der Werte der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und 
dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen indi- 
viduellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeits- 
kräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit 
sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft
	        
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