Full text: Mexico

Landwirtschaft. 
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schaftszweig stark beteiligt, obgleich bei weitem nicht so stark 
wie im benachbarten Guatemala. 1924 wurde die Kaffeeproduk- 
tion auf 89.986 t angegeben, wovon die Hauptmenge auf die 
Staaten Chiapas und Veracruz, kleinere auf Oaxäca, S. Luis 
Potosi, Puebla, Colima, Nayarit kamen; die tropischen Tiefland- 
staaten sowie die kalten Regionen produzieren keinen Kaffee. 
(Ausfuhr 1924: 18.000 t im Wert von 15,147.000 Pesos, aber 
auch Einfuhr von 1986 t = 1,174.000 Pesos. Die Kaffee-Erzeu- 
gung liegt in Chiapas, Colima und Nayarit vorwiegend in deut- 
schen Händen.) 
Der Kakao kommt in den feuchtwarmen Urwaldregionen 
zerstreut wild vor, ist aber schon lange vor der Ankunft der 
Spanier in Kultur genommen worden und wird bis zur Höhe von 
etwa 600m hinauf im regenfeuchten Tropenland angebaut, 
freilich in zu geringer Menge für den Konsum des Landes, als 
daß nicht noch Einfuhr‘) notwendig wäre. Der feinste Kakao 
des Landes wächst in Soconusco (im südlichen Chiapas), aber 
der Anbau ist daselbst minimal. Die Hauptpflanzungen befinden 
sich in den feuchten Golfniederungen von Tabasco, Nordchiapas 
und Veracruz. 
Der Tabak ist gleich dem Kakao schon in vorkolumbi- 
scher Zeit angebaut worden und wurde auch in den ersten zwei 
Jahrhunderten der Kolonialzeit ungehindert weiter gebaut, bis 
1764 die spanische Krone das Recht des Tabakverkaufs bean- 
spruchte und die Kultur auf die Distrikte von Orizaba, Cördoba, 
Huatusco und Zongolica beschränkte. Mit der spanischen Herr- 
schaft hörte diese Beschränkung wieder auf, aber erst 1868 
wurde durch Fremde, namentlich Kubaner, die Tabakkultur in 
großem Maßstab mit Sachverständnis begonnen; es wurden so 
bemerkenswerte Erfolge erzielt, daß mexicanischer Tabak einen 
trefflichen Namen gewann und nunmehr in bedeutenden Mengen 
ausgeführt wird. Den besten Tabak erzeugt der Staat Veracruz 
(besonders in den Distrikten von Cördoba, Papantla und Tuxtla); 
bedeutende Mengen, aber geringere Sorten erzeugen die Staaten 
Chiapas, Nayarit und Jalisco. Obere Verbreitungsgrenze in 
ı) Einfuhr 1924: 1128 t — 598.000 Pesos.
	        
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