Landwirtschaft.
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Ananas, spanischer Pfeffer (Chile) u. a. für die. Ausfuhr an-
gebaut. (Ausfuhr von Tomaten 1924: 26.338 t = 7*/, Millionen
Pesos, Chile 2147 t — 876.000 Pesos.) ;
Von angebauten Futterpflanzen spielt die Luzerne
‘Alfalfa) die wichtigste Rolle (Ernte 1923: 135.750 t).
Der Anbau von Maulbeerbäumen zum Zwecke der
Seiden kultur, schon im 16. Jahrhundert eingeführt, ist seit
1807 mehrfach von der Regierung angeregt und begünstigt
worden; alle Versuche schlugen aber fehl, bis H. Chambon an
Stelle des im Lande angebauten schwarzen Maulbeerbaums den
weißen chinesischen einführte, dessen Blätter sich gut als
Nahrung für die Seidenraupen eignen, worauf seit 1894 größere
Anpflanzungen gemacht worden sind, besonders in den Staaten
des Hochlandes und der pazifischen Abdachung. Ein Erfolg ist
aber nicht erzielt worden.
Der Anbau von Nopales (Opuntien) zum Zweck der Zucht
der Cochenilleläuse war in der spanischen Kolonialzeit
und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr bedeutend
gewesen (insbesondere im Staat Oaxäca) und die Ausfuhr von
Cochenille erlangte in manchen Jahren bedeutende Werte. Die
Fortschritte der deutschen Teerfarbenindustrie haben aber
diesen Zweig der Landwirtschaft fast völlig brachgelegt: die
Ausfuhr hat seit langem ganz aufgehört.
Neben Seidenraupe und Cochenillelaus ist die sehr alte
Zucht der Bienen zu erwähnen. Die Erzeugung von Bienen-
honig (einst das wichtigste Süßungsmittel), besonders in den
Staaten Veracruz, Yucatän und Oaxäca, ist erheblich, so daß eine
kleine Ausfuhr statthaben kann: (1924: 709 t — 160.000 Pesos).
Eine außerordentlich hohe wirtschaftliche Bedeutung hat
die Zucht der europäischen Haustiere seit Beginn
der spanischen Kolonialzeit bis zur Gegenwart besessen. Die
Indianer hatten außer Hund und Truthahn keine Haustiere
gehabt, und so waren die ausgedehnten natürlichen Weideplätze
der offenen Landschaften wirtschaftlich überhaupt nicht aus-
genutzt worden, wenn man von dem äsenden Wild absieht. Das
änderte sich nun rasch in der spanischen Ära, und da die natür-
lichen Weideplätze noch weit über die Ackerbauregion hinaus
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