Full text : Mexico

mehrung am ehesten dem Bedürfnis nach Fleischnahrung der
Bevölkerung in kurzer Zeit zu genügen.
Betrachtet man die Tabellen des Anhangs im einzelnen, so
erkennt man, daß die Viehverluste ebenso wie der Menschenrückgang
 in den verschiedenen Staaten ganz verschieden stark
waren, wie denn die Revolution auch da und dort einen ganz
besonderen, sonst nicht wieder vorkommenden Charakter annahm.
 Unter allen Staaten hat am meisten der Staat Morelos
gelitten, wo allerdings auch der Gegensatz der unteren indianischen
 Klasse gegenüber den vorwiegend spanischen (bzw. katalonischen)
 Grundbesitzern besonders schroff gewesen ist. In
diesem Staat hat sich die Bevölkerung von 1910—1921 um
12:4% vermindert, der Rinderstand um 983:7%, der Pferdebestand
 um 687%, der Maultierbestand um 90:5, der Schweinebestand
 um 71:1, der Schafbestand um 81°5 und der Ziegenbestand
 um 684% — ein erschütterndes Bild, das allerdings
in solcher Furchtbarkeit nirgends wieder auftaucht. Immerhin
gibt es eine große Zahl von Staaten, die ebenfalls sehr schwer
gelitten haben, und wenn man ein Gesamtbild sich zu machen
sucht, so erkennt man, daß die mittleren Staaten im allgemeinen
am meisten Verluste hatten, während nach außen hin die Schäden
im Durchschnitt abnehmen und manche Randgebiete nach
Menschen- und Tierbestand sogar Zunahme erkennen lassen. Wo
aber gelegentlich auch Binnenstaaten eine Zunahme erfuhren (so
z. B. der Staat Mexico im Rinder- und Schweinebestand mit
+10:0 bzw. 108%, da erklärt es sich aus dem geringen
Risiko des Absatzes angesichts des starken Fleischbedarfs der
Hauptstadt Mexico; oder aber es konnte vorkommen, daß ein
Staat sich systematisch der Aufzucht einer Haustiergattung
widmete, wie Tamaulipas und Oaxäca der Maultierzucht
(+246:7 und +128‘8%) oder der Schweinezucht (Oaxäca
+1135% und Sinaloa +778%). Anderseits darf man sich beim
ersten Betrachten der Listen auch nicht von hohen Prozentzahlen
 der Zunahme täuschen lassen, denn wenn wir z. B. sehen,
daß Campeche eine riesige Zunahme seines Schafbestandes aufweist,
 so bedeutet das praktisch für den Schafbestand des
Landes gar nichts, weil die Zahl der Schafe in jenem Staat um

LO4 Die einzelnen Wirtschaftszweige ete.
            
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