Industrie.
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Fällen (wie im Schmiedegewerbe) eingeführte Materialien ver-
arbeiten, so ist es auch bei den Industrieanlagen zumeist der
Fall, so daß die gegenwärtigen Fabriken vielfach nur als
Modernisierungen der alten Betriebe zu betrachten sind.
Bei allen handwerksmäßig oder fabrikmäßig betriebenen
yewerblichen Anlagen, die Rohstoffe am Gewinnungsort selbst
der in seiner Nähe verarbeiten, wie Hüttenwerke, Zucker-
mühlen, Kaffeeschälereien, Faserisoliereinrichtungen, Indigo-
fabriken, Mehl- und Sägemühlen, keramische Betriebe, Por-
zellan- und Glasfabriken, Gerbereien, Baumwoll- und Woll-
spinnereien oder -webereien, Baumwollsamenölmühlen u. a.,
fällt die geographische Verbreitung der betreffenden Industrien
vielfach ungefähr zusammen mit der der betreffenden Rohstoff-
arzeugung. Die Hauptmenge derartiger Anlagen fällt aufs Land
oder in kleinere Landstädte, soweit die Betriebe nicht so be-
deutend sind, daß, wie manchmal im Bergwerks- und Hütten-
wesen, durch sie selbst größere Städte entstanden sind“). Anders
steht es mit jenen Industrien, die ganz oder teilweise eingeführte
Materialien verarbeiten, wie Eisen- und Stahlwerke, Maschinen-
fabriken aller Art, chemische Fabriken: sie sind gewöhnlich in
den größeren Städten angelegt, wo zugleich ein größerer Absatz
zu erwarten ist, sofern sie nicht bei günstigen Verkehrsverhält-
nissen an den Ort der Wasserkraft verlegt sind. Auch die Eis-
fabriken, Bierbrauereien, elektrische Kraft- und Beleuchtungs-
anlagen sind zumeist an die Nähe größerer Städte gebunden.
Im allgemeinen ist die industrielle Tätigkeit am intensivsten
in und bei den größeren Städten des volkreichen Hochlands von
Mexico, insbesondere in der Hauptstadt des Landes selbst, wo
auch die von der Regierung betriebene Waffenfabrik erbaut ist.
Hier beginnt sich also der in Europa gewöhnliche Zustand heraus-
zubilden, daß die Städte als Industriezentren in einem gewissen
Gegensatz zum Land stehen. Stellenweise ist aber noch das
Gegenteil der Fall, so in Yucatän, wo, über das Land zerstreut,
N Eine gewisse Ausnahme macht in dieser Richtung die im Hoch-
jand ansässige Baumwolltextilindustrie, die anfänglich großenteils auf
Einfuhr eines Teiles ihres Rohstoffs aus dem Ausland angewiesen gewesen
war, jetzt aber viel Rohstoff aus Niederkalifornien bekommt,