I. Die Natur des Landes.
1. Bau und Oberflächengestaltung.
Die Vereinigten Staaten von Mexico nehmen einen Flächen-
inhalt von nahezu 2 Millionen Quadratkilometer ein. Das Gebiet
ist. durchaus nicht einheitlich und besteht, wenn man von den
wirtschaftlich noch bedeutungslosen Inseln ganz absieht, aus
zwei durch den Isthmus von Tehuantepec miteinander verbun-
denen Teilen von sehr verschiedener Größe, Naturbeschaffenheit
und wirtschaftlichen Verhältnissen, Der nordwestliche, konti-
nentale, cisisthmische Teil stellt das nach Süden keilförmig zu-
laufende, blockartige Südende des nordamerikanischen Konti-
nents dar, der südöstliche, viel kleinere, nur etwa 1/, Million
Quadratkilometer umfassende transisthmische Teil ist ein Stück
von Mittelamerika.
Beide Hauptteile Mexicos sind vom Atlantischen und Pazifi-
schen Ozean bespült und haben dadurch die handelsgeographisch
wichtige Möglichkeit, nach Osten und Westen zugleich direkten
Handel treiben zu können, eine Möglichkeit, die ehedem in
der spanischen Kolonialzeit durch die Beziehungen zu Spanien
einerseits und den Philippinen anderseits für das kontinentale
Mexico zur Wirklichkeit geworden war, während hernach der
asiatische Verkehr sich von Mexico aus auf dem Umweg über
die Vereinigten Staaten. von Nordamerika zu vollziehen pflegte.
Erst die Einrichtung einer direkten japanischen Dampferlinie
hat neuerdings den direkten Verkehr auch gegen Asien hin
wieder eingeleitet.
Die gesamte Küstenlänge beträgt über 8800 km; aber dieser
großen Ausdehnung der Küste entspricht nicht eine leichte Zu-
gänglichkeit des Landes von der See her, indem nur wenige ge-
schützte Buchten und gute Naturhäfen vorhanden sind (z. B.
Laguna de Terminos, Acapulco, Guaymas). Die übrigen Hafen-