Alphabetisches Verzeichnis. 153
Grundbesitzverhältnisse des Gebiets besonders ungünstig gewesen: 140
Personen besaßen 1910 das ganze Privatland, während 995% der länd-
lichen Familien landlos waren. Die Regierung hat denn auch 1915—1923
allen 26 Gemeinden des Staates Ejidos zugesprochen. Der ganze Staat ent-
wässert zum Rio Mexcala, Bergbau mangelt, Der Ackerbau hat die besten
Grundlagen, besonders für Erzeugung von Zucker und von Reis. (Der
Staat war vor der Revolution der zweite Zuckererzeuger des Landes.)
Der Viehstand ist durch die Revolution fast vernichtet: 1924 3181 Rinder,
890 Pferde, 746 Maultiere, 1362 Schweine, 1550 Schafe, 1176 Ziegen! Keine
größere Industrie.
Einige Bahnen durchziehen den Staat,
Der Staat Nayarit (früher Territorium Tepic), 27.053 km? mit
(1921) 157.098 Einwohnern (58 pro km”), reicht von der Küste bis in be-
deutende Höhen hinauf und schließt daher Gebiete aller drei Höhengürtel
ein. Der Regenfall ist mäßig: in der Hauptstadt T6epic (183.800 Ein-
wohner) in 20° 31’ n. Br., 918m ü. M., durchschnittlich 10575 mm (August
302'8, April und Mai 0). Die Bewässerung des Staates ist gut, Irrigations-
wasser in ansehnlichem Maß vorhanden, Das Gelände ist weithin sehr
gebrochen. Der Vulkan Ceboruco hatte 1870 einen schweren Ausbruch.
Im Gebirge wohnen die interessanten Huichol- und Coraindianer. Von
den vorgelagerten 4 Inseln (Las Tres Marias) ist die Insel Maria Madre
als Strafkolonie verwendet.
Der Bergbau spielt eine bescheidene Rolle: 1924 Förderung von
16 kg Gold und 8808 kg Silber. Ferner enthält der Staat Eisenlager, Gips,
Glimmer und Antimon; Salz auf den Tres Marias.
Die Wälder bieten unter anderem bei San Blas Coquito Nüsse (das
sind Ölhaltige — 60—65%! — Früchte der Corozopalme, Attalea Cohune),
die gesammelt werden, um an Ort und Stelle für Seife, Lichter und Öl-
lampen Verwendung zu finden. 1922 wurden große Bestände davon von
Indianern verbrannt, weil sie ihnen nicht zugesprochen worden waren!
Der Privatbesitz an Land gehörte 1910 1712 Eigentümern; 94% der
ländlichen Familien waren ohne Grundbesitz. Die Regierung gab 1915 bis
1923 7 von den 17 Gemeinden Ejidos. Der Ackerbau bietet außer den
gewöhnlichen Feldfrüchten der drei Höhengürtel ansehnliche Mengen von
Zucker (ca. 6000 t), Kaffee (ca. 500 t) und Reis, wenig Weizen, dazu Tomaten
und Frühgemüse. Bananen könnten südlich San Blas, wohin man von Costa
Rica Pflanzen eingeführt hat, angebaut werden, da von hier ab bereits Fröste
fehlen, aber sie bedürfen wegen der drei kühlen Monate einer längeren
Entwicklungszeit als in Mittelamerika. Absatz wäre in Californien ge-
geben. Anbau wäre aber nur in großem Maßstab rentabel, und dieser ist
Fremden durch die neuen Landgesetze unmöglich gemacht, die bis 50 km
von der Küste Fremde vom Landbesitz ausschließen. Kokosnüsse werden
Aaur wenig gewonnen.
Sapper, Mexico,