Full text: Mexico

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Wirtschaftsgeschichtliche Skizze. 
verziert. Bei Vornehmen und vollends bei Herrschern war viel- 
facher und reicher Schmuck üblich. Bewundernswürdig waren 
die Federmosaiken. 
Die Füße wurden nötigenfalls durch Bastsandalen gegen 
Steine und Dornen geschützt. Zum Schutz gegen Regen dienten 
vielerorts Regendächer, die aus Palmenblättern zusammen- 
genäht oder geflochten waren. Die Flechtkunst war viel geübt 
und lieferte außer Körben, Feuerfächern und anderen Dingen 
schöne, wasserdichte, manchmal reich verzierte Matten. Baum- 
bast, Agavefasern und andere Faserstoffe wurden gezwirnt 
und daraus Hängematten und Tragnetze aller Art geflochten 
oder geknüpft, Stricke gedreht und andere Seilerwaren her- 
gestellt. 
Die Behausungen bestanden (und bestehen noch 
heute) bei den meisten Indianerstämmen aus einfachen, blätter- 
gedeckten Hütten von rechteckigem oder auch ovalem Quer- 
schnitt mit Sattel- oder Walmdach. Die Pfosten, Pfetten, 
Sparren u. dgl. bestanden aus Rundhölzern, die mit Lianen 
zusammengebunden wurden. In Gegenden, wo Holzmangel 
herrscht, sind jetzt Pfosten und Stangenwände der Wohnhütten 
vielfach durch Stein- oder Luftziegelmauern ersetzt, wie dies 
auch schon in vorspanischer Zeit geschehen sein dürfte. Jeden- 
falls waren Steinmauern (zyklopisch oder mit Mörtel zusammen- 
gehalten) und Adobe- (Luftziegel-) Mauern bei Aufführung der 
großen öffentlichen, religiösen und profanen Gebäude in vielen 
Teilen Mexicos üblich. Sie wurden häufig durch reichen bildneri- 
schen Schmuck (Plastik oder auch Malerei) verziert. Im Nord- 
westen wohnten manche Indianerstämme (wie noch heute die 
heidnischen Tarahumare) in Höhlenwohnungen von der Art der 
Cliffdwellings des benachbarten Arizona, 
Die ansehnliche Höhe der Architektur, der Maurer-, 
Steinmetz- und Maltechnik im mittleren und südlichen Mexico 
setzt die Existenz besonderer Baumeister und Bauhandwerker, 
Steinmetzen und Maler voraus, sowie eines entwickelten Maß- 
systems, brauchbarer Meß- und Nivelliergeräte, eines regel- 
rechten Steinbruchbetriebes und, wo Bausteine fehlten (z. B. 
Comalcalco in Tabasco), richtiger Ziegelbrennerei. Die Werk-
	        
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