Full text: Mexico

Die Urbevölkerung und ihre Wirtschaft ete. 
zeuge der Steinmetzen und Holzschnitzer waren häufiger aus 
Stein, seltener aus Kupferlegierungen hergestellt. Ba Faffa 
Bergbau wurde von den Indianern nicht in nennens- 
wertem Maße betrieben, wohl aber wurden edle und unedle 
Metalle (Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Blei sowie Edelsteine in 
Seifen, im Flußsand oder an den verwitterten Rändern. der 
Adern in ziemlich beträchtlichen Mengen gewonnen”). 
Besondere Juweliere verarbeiteten die edlen Stoffe zu 
kunstvollem Schmuck, wie denn überhaupt das Kunsthandwerk 
in den Kulturzentren Mexicos blühte. Gold verstand man nach 
dem Verfahren der verlorenen Form höchst kunstvoll zu gießen. 
Auch die unedlen Mineralstoffe wurden eifrig benutzt. Salz 
gewann man an den Meeresküsten trockener Gebiete oder an 
Binnensalinen, indem man durch die Sonne oder durch Ab- 
dampfen überm Feuer den Wassergehalt des Salzwassers zum 
Verdampfen brachte. Aus jungen oder älteren Eruptivgesteinen, 
zuweilen. selbst kristallinischen Schiefern wurden Mahlsteine 
und Handwalzen sowie Mörser und gewisse Waffen hergestellt; 
Pfeil- und Lanzenspitzen, Messer aller Art machte man in der 
Nähe vulkanischer Gebiete aus Obsidian, während in den 
übrigen Gegenden Flint, Hornstein oder andere Kieselvarietäten 
dafür genommen wurden. Flint benutzte man auf Yucatän aus 
Mangel an anderem brauchbaren Material auch zur Herstellung 
von Mahlsteinen. Die Töpferei stand in den meisten Ge- 
genden auf einer hohen Stufe, obgleich die Töpferscheibe nicht 
bekannt war”). Die keramischen Erzeugnisse bestanden nicht 
nur aus Küchengefäßen, sondern oft auch aus plastischen 
Figuren, Götzenbildern u. dgl.; auch die Gebrauchsgefäße waren 
häufig durch plastischen Schmuck oder durch Malereien mit 
Erdfarhen verziert. 
Die örtliche Beschränktheit des Vorkommens gewisser 
mineralischer Materialien, die häufig hochentwickelte Technik 
der Anwohner solcher Orte. die Verschiedenheit der landwirt- 
1) E. Wittich, Skizze der Entwicklung des Bergwesens in Mexico 
(Festschrift Humboldt, S. 231, Mexico 1910). 
?) Nur in Yucatän waren (und sind) Ansätze zur Töpferscheibe vor- 
handen.
	        
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