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Wirtschaftsgeschichtliche Skizze.
schaftlichen und forstlichen Erzeugnisse der verschiedenen
Klimazonen, das räumlich beschränkte Vorkommen mancher
beliebter Jagdtiere oder Fischarten und anderes führte natur-
notwendigerweise zu einem Handelsverkeh r, der um so
intensiver war, je bedeutender Kultur, politischer Machtbereich
und Volksdichte waren und ein je größerer Unterschied in der
Ausstattung benachbarter Gebiete bestand. Zur Vermittlung des
Handels wurden besondere Märkte abgehalten unter Aufsicht
eigener Richter und Inspektoreny die ihre Aufmerksamkeit
ebenso den Handelsgeschäften selbst als den gebrauchten
Maßen und Gewichten zuwenden mußten. Der Handel selbst
wurde durch Tausch oder durch gewisse Geldsorten (Gold,
Kupferscheiben, Kupferäxte, Salz, Quezalfedern, Baumwollstoffe,
Kakaobohnen u. a.) vermittelt. Die hohe Entwicklung der Ge-
werbetätigkeit bei manchen Stämmen oder in bestimmten Städten
und Dörfern gab Anlaß zu ausgedehnten Handelsreisen der
betreffenden. Erzeuger oder genossenschaftlich sich organisie-
renden Händler, und es haben namentlich aztekische Kaufleute
ihre Ware weithin in ferne Länder Mittelamerikas verhandelt.
Der Handel ‚spielte sich vorzugsweise zu Lande ab. Aber
auch Seeverkehr fehlte nicht; er war namentlich vom Festland
nach den vorlagernden Inseln hin rege, und yucatekische
Händler unternahmen in Ruder- und Segelbooten selbst größere
Seereisen, so nach Coatzocoalcos, Honduras und wohl auch
Kuba, Die Flüsse und Seen des Innern wurden, soweit irgend
möglich, für den Verkehr ausgenutzt und im Talbecken von
Tenochtitlan. waren sogar schon Kanäle zu Verkehrszwecken
gegraben worden. Sehr groß war der Verkehr auf dem See, in
dem Tenochtitlan lag; sollen doch täglich 2000 Marktboote nach
dieser Inselstadt gekommen sein! Da aber nur vergleichsweise
wenige Strecken des Innern sich für Wasserverkehr eigneten,
so erfolgte doch der größere Teil des Güterverkehrs auf festem
Land. Da die einheimische Tierwelt keine zu Last- oder Zug-
zwecken abrichtbaren Geschöpfe bot!), so mußten Menschen als
*) In diluvialen Schichten sind allerdings Lamaknochen neben
menschlichen Skeletten gefunden worden; zur Aztekenzeit aber war das
Lama in Mexico längst ausgestorben.